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Realize!

Three Fall

Act/edel:kultur 9672-2
(54 Min., 2/2013)

Ein Tenorsaxofonist/Bassklarinettist, ein Posaunist und ein Schlagzeuger kokettieren mit dem freien Fall ohne Grundsicherung durch einen Bassisten, das ist Three Fall, das neue deutsche Senkrechtstarter-Trio der etwas anderen Art. Mit herrlich verqueren Cover-Versionen der Red Hot Chili Peppers wirbelten sie auf ihrem Act-Debüt bereits kräftig Staub auf. Jetzt haben der Saxofonist Lutz Streun, der Blechbläser Til Schneider und Trommler Sebastian Winne ein neues Album aufgenommen, das bis auf drei der dreizehn Titel nur eigene Titel enthält. Die drei Musiker wurden in den neunziger Jahren in Köln musikalisch sozialisiert und schlossen in den Nullerjahren ihre Ausbildung ab. Funk, Reggae, Popularmusik sind ihnen ebenso geläufig wie Jazz, und bei Letzterem müssen Ray Andersons Slickaphonics ein wichtiger Impulsgeber gewesen sein. Auf „Realize!“ steht das kompositorische Element im Vordergrund. Vorzugsweise geht es dabei mal um humorig deftige, mal sinnlich beschauliche Motive, die in verdichtete Reihung gebracht werden und dabei mit den elektronischen Mitteln von Loops dramatische Stimmschichtungen erfahren. Dabei betonen die Bläser, dass es sich dabei um live kreierte Schleifen handle und keineswegs um vorgefertigte Samples oder Overdubs. Jedenfalls macht die Musik mächtig Laune, geht mit druckvollen, oft herrlich vertrackten Drumbeats in die Beine. Allerdings bedingt das ausgiebig genutzte Loop-Verfahren auch eine gewisse Beschränkung: Geschichten erzählende, diskursive Soli kommen kaum vor. Doch ein Absturz in Langeweile ist darob noch lange kein Thema.

Thomas Fitterling, 14.09.2013



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