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N° 1237
22. - 28.01.2022

nächste Aktualisierung
am 29.01.2022



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Liquid Spirit

Gregory Porter

Blue Note/Universal 3741053
(61 Min., 3 & 4/2013)

„Das Beste, was man seit Langem von einem männlichen Jazzsänger gehört hat.“ So schwärmte letztes Jahr RONDO-Autor Josef Engels angesichts des singenden Hünen, der mit Anfang vierzig mit einem eigenwilligen Kopfputz wie aus dem Nichts aufgetaucht war. Jetzt ist Porter bei Blue Note unter Vertrag, und genau da gehört er hin mit seinem Traditionsbezug zur Soul Music der sechziger und siebziger Jahre.
Im Blue Note Sound hatte sich einst instrumental angekündigt, was sich dann vokal so mächtig Bahn brechen sollte. Das neue Label bestärkte den Singer-Songwriter, sein bisheriges Konzept weiterzuverfolgen. Porter hielt also an seiner hervorragenden, langjährigen Begleitband fest. In Chip Crawford hat er einen kongenialen Pianisten, der äußerst feinsinnig begleitet, aber gegebenenfalls auch mit gehämmerten blauen Noten kräftig hinlangt. Kontrabassist Aaron James und Schlagzeuger Emanuel Harrold kennen das Geheimnis des unnachahmlichen black-music-typischen Hüftschwungs. Den befeuert gelegentlich noch ein Bläsersatz um Yosuke Sato und Tivon Pennicott am Alt- und Tenorsaxofon. Zudem erweisen sich die beiden als aussagekräftige Solisten.
Doch es ist Porter, der mit seinem Bariton das Geschehen beherrscht. Ebenso authentisch wie inbrünstig gestaltet er ganz scatlos seine emotionalen und sozialkritischen Songs. Das ist von der Wirkkraft eines Stevie Wonder, eines Ray Charles, aber auch einer Abbey Lincoln und Nina Simone, ist kein bisschen retro, sondern voller Kraft und zeigt bleichem Gesäusel, was eine ursprüngliche Jazz-Harke ist.

Thomas Fitterling, 07.09.2013



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