Elsa sollte ihren Lohengrin nie befragen, wie sein Nam' und Art. Arindal muss seine Neugier nur für acht Jahre zügeln. Solange darf ihn die Identität seiner Angetrauten nicht kümmern. Nachdem er schon zwei Kinder mit ihr gezeugt hat, interessiert es den Herren dann aber doch, was es mit seiner Ada auf sich hat. Und so kommt es, wie es kommen muss: Kurz vor Ablauf der Frist stellt Arindal die verbotene Frage. Die mangelnde Kommunikation unter Ehegatten und die daraus resultierenden Katastrophen scheinen es Wagner also schon in jungen Jahren angetan zu haben.
Nun gehört es unter Opernfans – und ganz besonders unter Wagner-Anhängern – zum guten Ton, sich über "Die Feen" nur verächtlich zu äußern, sie als des großen Meisters unwürdige Jugendsünde abzutun. Ein Urteil, das dieser Frankfurter Live-Mitschnitt von zwei konzertanten Aufführungen im Mai 2011 mit Leichtigkeit als borniert und unzutreffend entlarvt. Sebastian Weigle nimmt das knapp dreistündige Werk ernst, vermittelt dem Hörer inspiriert die Reize der Partitur (die freilich auch einige schwache Passagen kennt). Vor allem aber steht dem Frankfurter GMD ein fast ohne Einschränkung zu lobendes Ensemble zur Verfügung. Angeführt wird es von der fantastischen Tamara Wilson als Ada, deren an Verdi geschulter, ebenso biegsamer wie strahlender Sopran mit konzentrierten, perfekt fokussierten Spitzentönen begeistert. Da kann man es niemandem verdenken, wenn er nach dem Namen fragt.

Michael Blümke, 31.08.2013



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