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Franz Schubert

14, Erlkönig, Arpeggione-Sonate in Streicher-Arrangements

Yuri Bashmet, Moskauer Solisten, Alena Baeva

Sony 88765477772
(63 Min., 2/2011, 6/2012)

Selbst in Hightech-Konzertsälen kommt es bekanntermaßen vor, dass auf Platz X in Reihe Y der live produzierte Klang nicht gerade dem erhofften Hörgenuss entspricht. Zu Zeiten Gustav Mahlers war das nicht anders. So haderte der Perfektionist besonders mit den für Kammermusik tödlichen, akustischen Bedingungen eines noch so edel ausgekleideten Klangtempels. Um daher den Nuancenreichtum eines Beethoven- und Schubert-Streichquartetts bis in den hintersten Saalwinkel hörbar zu machen, machte Mahler aus der Not eine Tugend und bearbeitete die Werke einfach für Streichorchester. Nun muss man sich im Falle von Schuberts berühmtem Streichquartett Nr. 14 „Der Tod und das Mädchen“ erst einmal mit dem recht monumentalen Streicherklang speziell im 3. Satz anfreunden. Und kommt das Todes-Motiv im langsamen Satz nicht vielleicht doch zu luftig süß, zu unbeschwert daher? An Yuri Bashmet und seinen Moscow Soloists liegt es jedenfalls nicht, dass sich gegenüber Mahlers Schubert-Version immer wieder leichte Bedenken einstellen. Denn was den warmen Gesamtklang, die agogische Geschmeidigkeit und nicht zuletzt den (geglückten) Versuch angeht, die Einzelstimmen kammermusikalisch transparent zu gestalten, zeigen sich die russischen Musiker von ihren idealen Möglichkeiten.
Bleibt dieser durch Mahlers Brille gesehene Schubert trotzdem ein interessantes Experiment, kann Bashmet bei den beiden anderen Schubert-Bearbeitungen auch in seiner eigentlichen Profession als Bratscher glänzen. Bei der von einem gewissen C.G. Wolff stammenden Einrichtung des „Erlkönigs“ für Violine und Viola lässt es Bashmet gemeinsam mit Alena Baeva schaurig schön und bittersüß pulsieren (ein ideales Zugabenstück!). Und da die Arpeggione-Sonate schon längst nicht mehr nur vom Cello, sondern auch von der Viola gespielt wird, vergrößerte der Solocellist der Münchner Philharmoniker, Heinrich Klug, das Stück auf Konzertformat. Und das Resultat überrascht! Denn gemeinsam mit den Streichern fühlt sich die Bratsche in die volkstümlich-tänzerische Entspanntheit und idyllische Gelassenheit so ein, als wäre die Sonate genau für diese Besetzung geschrieben worden.

Guido Fischer, 17.08.2013



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