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Transcendence

Jaimeo Brown

Motema/Membran 233715
(48 Min., 11/2011)

Die Gospels sind out. Musik von vorgestern, Trost aus den Zeiten der Sklaverei, als sie im Gottesdienst das Gefühl von Gemeinschaft und Zusammenhalt vermittelten. Für heutige Amerikaner sind sie eher Tradition als lebendige Gegenwart. Dies reflektiert der Schlagzeuger Jaimeo Brown mit einer aufwühlenden Collage aus Samples von a-capella gesungenen Gospels der Vokalgruppe Gee’s Bend, Soundscapes, die ihm der Hip-Hop-Produzent Chris Sholar schuf, und einer Mixtur aus energiegeladenen Schlagzeugrhythmen sowie expressiven Klängen von Sholars Gitarre und sonoren und wilden Saxofonsoli von JFD Allen.
Blues und indische Elemente würzen den brodelnden Sud, aus dem mystische, dem Alltag entrückte, atmosphärische Klangschwaden wehen. Die Ausschnitte aus den rauen, schmucklosen Dokumentaraufnahmen stehen für das archaische, alte Amerika, das in Kontrast steht zum modernen, und Free-Elemente reiben sich an der Klarheit der einfachen, kraftvollen, nicht akademisch ausgebildeten Stimmen. Als Gäste ergänzen in einzelnen Titeln die Pianistin Geri Allen, die indische Sängerin Falu und Jaimeos Vater, der Kontrabassist Dartanyan Brown, die Band. Seine Masterarbeit hatte Jaimeo Brown über den Einfluss der Schwarzen Kirche auf den Jazz geschrieben. Dass er immer noch groß ist, kann der Hörer des Albums „Transcendence“ erleben.

Werner Stiefele, 13.07.2013



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