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Special Edition

Jack DeJohnette

ECM/Universal 372 1965
(174 Min., 1979 - 1984) 4 CDs

Auch mit siebzig ist Jack DeJohnette der jungenhafte Schlagzeuger, der in der Nachfolge von Tony Williams zum Fackelträger der afro-amerikanischen Trommeltradition wurde. Freier Puls, vitale Polyrhythmik und höchst sensibles klangharmonisches Formbewusstsein kennzeichnen seinen Stil. Nie war er nur Schlagzeuger; war immer auch feinsinniger Pianist, Komponist und Arrangeur. Seine Gesamtbegabung entfaltete sich von 1979 bis 1984 und ist bei ECM auf den LPs Special Edition, Tin Can Alley, Inflation Blues und Album Album dokumentiert.
Mit einer CD-Box dieser vier Alben feiert ECM jetzt seinen großen Star. Der huldigte damals seiner Vorliebe für Bläser. Zum Einsatz kamen die Meister ihrer Instrumente. Das waren zunächst die Saxofonisten David Murray und Arthur Blythe, dann Chico Freeman und John Purcell. Letzteres Gespann wurde später um den Trompeter Baikida Carroll erweitert. Auf Album Album ersetzte Murray wieder Freeman, und statt Carroll kam der Tubist und Saxofonist Howard Johnson zum Einsatz, der Kontrabassist Peter Warren spielte für seinen Kollegen Rufus Reid. DeJohnette verstärkte seine immer geschmeidiger werdenden Bläsersätze à la Ellington mit der Melodica, und streng dosiert ist er als Pianist einer quasi ernüchterten Jarrett-Schule zu hören. Dank der Studiotechnik kann er sich dabei selber am Schlagzeug begleiten. Als die Jazzwelt innovative akustische Musik schon in fusionierten elektrischen Klangwogen untergehen sah, war Jack DeJohnette’s Special Edition Leuchtturm und Verheißung. Schön, dass sie wieder vernommen wird.

Thomas Fitterling, 04.05.2013



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