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Alpenglühen

Maximilian Geller

Ozella Music/Galileo OZ 043CD
(57 Min., 10/2011)

Lange Zeit hatte der Jazz unmittelbar nördlich der Alpen dem mediterranen „folklore imaginaire“ nichts Adäquates entgegenzusetzen. Seit einiger Zeit aber haben aus den Alpenländern stammende Jazzer einen Zugang zu den authentischen Formen der Musik ihrer Heimat entdeckt und unverbildete Volksmusik mit den blauen Tönen afro-amerikanischer Provenienz zusammengeführt. Der Sopransaxofonist Maximilian Geller wagt sich mit „Alpenglühen“ bereits ein zweites Mal an diese nicht immer ganz einfache Synthese. In dem Pianisten Walter Lang, dem Bassisten Thomas Stabenow und dem Schlagzeuger Hajo von Hadeln stehen ihm erfahrene und routinierte Partner zur Seite, dazu hat er mit dem Südtiroler Herbert Pixner, einem Virtuosen des alpenländischen diatonischen Akkordeons, und dem brasilianischen Perkussionisten Marco Lobo den größtmöglichen Gegensatz im Spannungsfeld dieser Genremischung in der Band. Als Gast weiß sich der Trompeter Peter Tuscher virtuos in diesem Spannungsfeld zu bewegen und die Mundartsängerin Lisa Wahlandt sorgt auf zwei Tracks für besonderes alpines Herzblut.
Flott und begeisternd legt das Album mit einem Stück von Herbert Pixner los. Doch im Verlauf des Programms klingt so manches Stück heiter latinmäßig cocktailentspannt; das Alpenglühen ist alpenländischer Zierart, und in den Saxofonbeiträgen scheint sich die eine oder andere Alm in einem norwegischen Fjord zu spiegeln. All das ist wirklich gut im besten Sinne der strengen RONDO-Wertung musiziert, leider wird der überzeugende, großartige Gestus der Eröffnung nicht stimmig durchgehalten.

Thomas Fitterling, 06.04.2013



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