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Stella

Maria de Fatima

Pirouet/Edel 1018068POU
(53 Min., 12/2011)

Die Sängerin Maria de Fatima wuchs noch im faschistischen Portugal auf und entdeckte erst spät die Musik für sich. Sie arbeitete bereits als Lehrerin und Dolmetscherin in Schweden, da befiel sie der Jazzbazillus und lockte sie zum Studium nach Hilversum. Heute unterrichtet sie selbst diese Musik an der Hochschule in Bremen. Im Jahr 2010 gewann sie den BMW Welt Jazz Award. Die Jury sprach von Intelligenz und Finesse, mit der Maria ihre Ursprünge in den Jazz überführe; Fado und die südamerikanische Musiktradition fänden bei ihr eine eigene leidenschaftliche Sprache.
In der Tat galt der Musik Brasiliens schon immer ihre große Liebe; der Fado dagegen interessierte sie nicht, war für sie die Musik der Alten. Erst die Begegnung mit dem melancholischen „Lonely Woman“, der klassischen Free-Jazz-Ballade Ornette Colemans, löste bei ihr das Verlangen aus, sich mit dem Fado, der melancholischen Musiktradition ihrer eigenen Heimat, auseinanderzusetzen. Auf „Stella“ ist beeindruckend nachzuhören, wovon die Jury der BMW Welt schwärmte. Begleitet nur von einem Klavier und einem Kontrabass – und auch das noch überaus sparsam von Sebastian Altekamp und Nicolas Thys – interpretiert sie vor allem brasilianisches Material, aber auch Musik aus Portugal und drei Originals. Etwas spröde wirkt das zunächst auf den Zuhörer und entwickelt dann doch einen mächtigen Sog, der dem Zauber von Authentizität und einem ganz dem leidenschaftlichen Ausdruck der Songs selber verpflichteten Dienen entspringt. Schade nur, dass das Booklet nicht mit den Texten aufwartet.

Thomas Fitterling, 23.03.2013



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