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Spellbound

Trilok Gurtu

Moosicus Records/Indigo M 1206-2
(58 Min., 9 - 12/2012)

Trilok Gurtu unterscheidet sich von fast allen anderen Schlagzeugern. Bei ihm überlagern sich mehr Rhythmen, als dies gemeinhin üblich ist, und zudem streut er unendlich viele kleine Zusatzfiguren in den steten Beat – wohl ein Erbe seiner indischen Herkunft. Mit dem Elektrobassisten Jonathan Cuniado und dem Keyboarder Tulug Tirpan hat er zudem zwei Partner neben sich, die das komplexe rhythmische Geflecht der Band weiter verfeinern. Eine historische, 33 Sekunden kurze Duo-Improvisation Gurtus mit dem Trompeter Don Cherry eröffnet die Disc, und ein aus einem Konzertmitschnitt kopiertes „Thank You“ Don Cherrys beschließt sie – alle anderen Aufnahmen stammen aus dem Jahr 2012.
Diese Art der Widmung gibt die Orientierung vor: Es geht nicht um eine vordergründige Version der Weltmusik oder um oberflächliche Garnierungen von Jazzthemen durch Indisches, sondern um eine – dafür stand Cherry – konsequente, in sich schlüssige Musik, in der vielfältige Einflüsse wirken. Fünf Themen stammen aus Gurtus Feder; daneben greift die Band auf Dizzy Gillespies „Manteca“, Miles Davis‘ „Jack Johnson“ und „All Blues“ sowie Don Cherrys „Universal Mother“ und „Brown Rice“ zurück, wobei Gurtu letzteres durch das eigene „Cosmic Roundabout“ ausbaut. Indem in jedem Stück jeweils ein Trompeter aus der breiten Galerie von Nils Petter Molvaer über Ibrahim Maalouf, Matthias Höfs und Ambrose Akinmusire bis zu Paolo Fresu und Matthias Schriefl mitwirkt, wechseln die Färbungen zudem; einzig in „All Blues“ sind mit Höfs und Akinmusire gleich zwei Trompeter beteiligt. Diese Art der weltmusikalischen Fusion macht Spaß.

Werner Stiefele, 13.04.2013



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