Responsive image
Joseph Joachim Raff

Sinfonie Nr. 2, Vier Orchestervorspiele zu Shakespeare-Dramen

Orchestre de la Suisse Romande, Neeme Järvi

Chandos/Note 1 CHSA 5117
(78 Min., 6/2012) SACD

Während sich sein Sohn Paavo gerade um Schumann kümmert, startet Neeme Järvi mit dem Orchestre de la Suisse Romande, dessen Leitung er letzten Herbst übernommen hat, eine Gesamteinspielung der Orchesterwerke von Joachim Raff. Zu Lebzeiten einer der meistgespielten Komponisten überhaupt, versank Raff schon kurz nach seinem Tod in Vergessenheit. Seine hier zum Einstieg präsentierte zweite Sinfonie (insgesamt schuf er elf) trägt bereits die Opuszahl 140, bis zu den 13 Jahre später entstandenen Shakespeare-Vorspielen von 1879 schrieb er fast 150 weitere Werke. Ein sehr fruchtbarer Komponist also, dieser Raff, und einer, der Farben und Abwechslung liebte und raffiniert zu instrumentieren verstand.
Damit ist er bei Neeme Järvi in denkbar besten Händen, der Este mit US-Pass arbeitet die koloristische Vielfalt dieser stimmungsreichen Musik delikat heraus und schafft einen überzeugenden erzählerischen Fluss, ausgewogen gestaltet und inspiriert durchpulst. Das Geheimnis dieses Dirigenten ist seine Unmittelbarkeit, auch eine Studioaufnahme ist bei ihm von der Spontaneität einer Live-Darbietung geprägt. Mit der fünften Sinfonie soll die Reihe fortgeführt werden – ob man nun wirklich jedes Raffsche Orchesterwerk in der heimischen CD-Sammlung braucht, sei dahingestellt, ein verdienstvolles Unterfangen ist es allemal. Und für den Hörer auch ein durchaus lohnendes, dieses Œuvre einmal in ebenso hervorragender künstlerischer wie klanglicher Qualität kennenlernen zu können.

Michael Blümke, 09.03.2013



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Ahnengalerie: Im Wien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat man es schon schwer als Komponist. Mozart, Beethoven, Schubert – übermächtig liegt auf allen Gattungen der Glanz der Heroen, die den klassischen Kanon geschaffen hatten. Was kann man dem noch hinzufügen? Johannes Brahms, dem man oft melancholisches Zaudern unterstellte, setzte sich in Wirklichkeit besonders lange und eingehend mit diesen Vorbildern auseinander, bevor er seinen Beitrag stimmig empfand. So ist sein Werk […] mehr »


Top