Responsive image

My History Of Jazz

Iiro Rantala

Act/Edel 1095312ACT
(61 Min., 4, 6 & 7/2011)

Der 42-jährige Finne Iiro Rantala hat mit My History Of Jazz ein Album humorvollen Augenzwinkerns eingespielt. Er versteht es als Antwort auf die Frage nach seinen Einflüssen. Voller Spiellaune interpretiert er mal verschmitzt historisierend, dann wieder in der ihm eigenen Moderne, was für ihn wichtig war. Virtuos ausgelassen ist das oft, und die Verweis-Funken stieben. Ein ernster Respekt gegenüber den Vorläufern ist stets spürbar. Bach kommt dabei ein Ehrenplatz zu; sechs Mal steht je ein Track mit einer Improvisation über Material aus den Goldberg Variationen – solo, dann im Duo mit dem Meister-Bassisten und Cellisten Lars Danielsson oder im Trio zusätzlich mit dem feinsinnigen Schlagzeugvirtuosen Morten Lund vorgetragen ‒ zwischen den 11 klassischen Jazz-Titeln. Von denen stammt je einer von George Gershwin, Juan Tizol, Thelonious Monk, Kurt Weill und Lars Gullin; der Rest sind Rantala-Kompositionen, die je eine bestimmte Stilistik porträtieren. Beste moderne Triomusik wird da gemacht, auch wenn das Klavier immer wieder in herrliche Solo-Stride-Passagen ausbricht oder mit einem Schlagzeug im Dodds- oder Krupa-Groove jumpt oder garnert. Nie aber gerät etwas zu wohlfeiler Parodie. Auf fünf Titeln ist die polnische Geigenentdeckung Adam Bałdych mit von der Partie und sein umwerfender Drive und seine originelle moderne Interpretation des Jazzgeigenerbes passen genau zu Rantalas überschäumendem Angang und machen dieses Album vollends zu einer höchst vergnüglichen persönlichen Geschichtslehrstunde.

Thomas Fitterling, 26.01.2013



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Wenn man eine Umfrage über die Lieblingsjahreszeiten machen würde, dann würde der Winter dabei vermutlich eher schlecht abschneiden. Zu kalt, zu nass, zu dunkel – so die landläufige Meinung über diesen introvertierten Bruder des sonnensatten Sommers und der farbenfrohen Übergangszeiten. Nur Weihnachten, das bildet ein kleines, gemütliches (wenn auch für viele nicht unstressiges) Glanzlicht in der Winter-Tristesse. Doch der Winter ist weit mehr als nur die dunkle Jahreszeit, das hat […] mehr »


Top