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Johann Christian Bach

Amadis de Gaule

Hjördis Thébault, Katia Velletaz, Philippe Do, Pierre-Yves Pruvot, Didier Talpain, Solamente Naturali, Musica Florea

Ediciones Singulares/Note 1 ES 1007
(131 Min., 11/2010) 2 CDs

Aufzufallen, sich abzuheben ist auch auf dem Klassikmarkt heute wichtiger denn je. Eine Repertoirelücke zu schließen, ist da ein guter Anfang. Diese Rarität dann aber ungewöhnlich zu verpacken, der noch bessere Weg. Das neue spanische Label Ediciones Singulares präsentiert seine ersten beiden Produktionen von kaum bekannten französischen Opern in Buchform. Das macht zwar etwas her, hat aber den Nachteil, dass die Aufnahmen sich nicht ins CD-Regal einreihen lassen.
Mit Johann Christian Bachs letzter Oper "Amadis de Gaule" (1779) fiel die erste Wahl auf ein effektvolles Werk, eine dankbare Aufgabe für alle Beteiligten. Schon durch die französische Sprache ist die Oper keineswegs typisch für den jüngsten Bach-Sohn. Auch kommt sie nicht in der sonst für ihn üblichen Opera seria-Abfolge daher, sondern lässt dramatische, stets vom Orchester begleitete Rezitative direkt in die Arien münden. Trotzdem kann man "Amadis" durchaus als Quintessenz von Bachs Können sehen.
Dirigent Didier Talpain praktiziert mit den Ensembles einen energischen Zugriff, der dem vorwärts drängenden Charakter der Oper bestens entspricht. Dem schließt sich auch Hjördis Thébault mit ihrer beherzten, etwas hemdsärmeligen Zauberin Arcabonne an. Ihr Bruder Arcalaüs alias Pierre-Yves Pruvot erweist sich als arg forteverliebt, mitunter fast schon polternd. Für die Titelrolle bringt Philippe Do einen schlanken, im Klang sehr französischen Tenor mit begrenzter Höhe mit. In der zweiten weiblichen Partie liefert die versierte Katia Velletaz als Oriane die ausgereifteste Leistung.

Michael Blümke, 15.12.2012



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