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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Agostino Steffani

Mission

Cecilia Bartoli, Diego Fasolis, I Barocchisti

Decca/Universal 478 4732
(80 Min., 11/2011 - 3/2012)

Viel ist gerade wieder einmal die Rede von den Nebenerwerbstätigkeiten unserer Politiker. In die Musik hat es bisher keinen von ihnen verschlagen. Der umgekehrte Weg ist allerdings auch einträglicher. Das hat vor 300 Jahren schon Agostino Steffani demonstriert. Angefangen hat er als (sehr erfolgreicher) Komponist, wurde mit Mitte 20 zum Priester geweiht und brachte es bis zum Bischof. Außerdem war er auch im weltlichen Leben als Diplomat in kurfürstlichen Diensten sehr umtriebig. Mit 13 Jahren kam Steffani an den Münchner Hof und blieb bis an sein Lebensende 1728 in Deutschland, seine "Dienstreisen" führten ihn allerdings oftmals auch in die Heimat. Sein Leben ist so abwechslungsreich und aufregend wie seine Musik. Da steckt ein Rest Spätrenaissance drin, der die barocke Saftigkeit noch vielfarbiger schillern lässt und sie auch rhythmisch hier und da ein bisschen aufpeppt.
Man kann Cecilia Bartoli gar nicht genug danken, dass sie ihre "Marktmacht" nutzt, um diese Schätze einem breiten Publikum näher zu bringen. Von den 25 Arien auf diesem Album wurden bisher nur fünf anderweitig eingespielt. Und das ist mehr als bedauerlich, denn diese Musik sollte jeder Opernfan kennen. Nachdem Cecilia Bartoli für ihre letzte CD "Sacrificium" sehr intensiv an ihrer Technik gearbeitet hat, um gewisse stimmliche Exzesse und Defizite zu tilgen, kann man Steffanis Werke zudem in berückender und berauschender vokaler Pracht genießen. Für die instrumentale sorgen Diego Fasolis und seine exzellenten Barocchisti.

Michael Blümke, 13.10.2012



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