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Hot House

Chick Corea, Gary Burton

Concord/Universal 7233363
(75 Min.)

Die Duette des Pianisten Chick Corea und des Vibrafonisten Gary Burton wirken, als seien sie sorgfältig komponiert worden – und doch existieren sie nur in den Köpfen der beiden Musiker. Dort allerdings sind sie in einer langen Zeit herangereift, denn die beiden spielen seit 40 (!) Jahren mehr oder weniger regelmäßig auf. Da lernt man sich bestens kennen – so gut, dass der eine weiß, wohin der andere streben wird und man zudem über einen immensen gemeinsamen Erfahrungsschatz verfügt, der mehr wert ist, als auf Papier festgehaltene Noten. Ein Traum, wie eng sie den Saitenklang des Klaviers und die härteren, metallischen Töne des Vibrafons ineinander verweben und aus den unterschiedlichen Klangcharakteristika ein eigenes, zur Perfektion gefügtes Spektrum entwickeln.
Zum Jubiläum ihrer Zusammenarbeit veröffentlichten sie ein neues Album, dessen Titel „Hot House“ in die Irre führt, wenn man hitzige Dialoge erwartet. Tatsächlich ist er von einem Standard aus der Feder Tadd Damerons entlehnt, den Corea/Burton so elegant wie die übrigen Titel der Disc aufführen. Exakt getimte Unisono-Passagen, flüchtig hingeworfene Frage-Antwort-Kombinationen, ein rasanter Wechsel von Begleit- und Solistenfunktion zeichnen die Zusammenarbeit von der Eröffnungsnummer „Can’t We Be Friends“ über die Beatles-Nummer „Eleanor Rigby“ bis zum Klassiker „My Ship“ aus. Sie alle sind Meisterwerke der Präzision und stecken voll virtuos ausgedrückter Ideen und Gefühle. Die kammermusikalischen Duette über ältere Jazznummern und den Beatles-Klassiker „Eleanor Rigby“ krönt „Mozart Goes Dancing“, bei dem sie mit dem Harlem String Quartet einen Ausblick auf ihr nächstes Projekt geben.

Werner Stiefele, 26.05.2012



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