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Some More Love Songs

Marc Copland-Trio

Pirouet/Edel 1018062POU
(49 Min., 10/2010)

Von Platte zu Platte wird deutlicher, welch exzellenter und sensibler Pianist der Amerikaner Marc Copland ist. Man kann ihn schon zu den weisen, alten Männern zählen – entsprechend unaufgeregt klingen auch „Some More Love Songs“, die er 2010 als 62-Jähriger aufgenommen hat. Hier muss kein Heißsporn mehr eine Frau oder ein Publikum erobern, hier nimmt einer mit Gelassenheit, Aufmerksamkeit und leisem Humor für sich ein. Wie schon bei der 2005 eingespielten Sammlung von „Some Love Songs“ begleiten ihn der Bassist Drew Gress und der Schlagzeuger Jochen Rückert – mal schwingen sie einfühlsam mit, mal setzen sie sich eigenständig ab, gerade so, wie es in einer angenehmen Gesprächsrunde üblich ist. Sie träumen gemeinsam bei „When I Fall In Love“ und sie gestalten Joni Mitchells „I Don’t Know Where I Stand“ als von Zögern und Widersprüchen gestaltete Suche, in der sich das Hauptthema als fester Halt erweist. Etwas drängender – und auch aufgewühlter – gehen sie „My Funny Valentine“ an, und Cole Porters „I’ve Got You Under My Skin“ kribbelt unter der Oberfläche des Themas bei ausschweifenden Variationen. Jeder der sieben Titel erzählt durch seine Struktur eine eigene Geschichte – so auch das anrührende, immer wieder auf Höhepunkte zusteuernde, knapp davor abbrechende und einen nächsten Anlauf nehmende „Eighty One“, das Ron Carter 1965 mit Miles Davis für dessen Album „E.S.P.“ aufgenommen hatte. Marc Copland ist erneut eine wunderbare Sammlung von Liebesliedern gelungen.

Werner Stiefele, 05.05.2012



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