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Lyambiko Sings Gershwin

Lyambiko

Sony 88697 983102
(54 Min.)


Mit 34 kommt die Sängerin Lyambiko zusammen mit ihrem gleichnamigen Quartett auf die Ursprünge der Band und zugleich auf ihre eigene Sozialisation zurück. Mit swingender Musik hat ihr Ensemble aus Marque Lowenthal (Klavier), Robin Draganic (Kontrabass) und inzwischen Heinrich Koeberling am Schlagzeug einst 2001 begonnen, und die in Thüringen geborene Lyambiko lernte als Mädchen durch den Vater aus Tansania die Musik Gershwins kennen. Jetzt hatten Lyambiko – Sängerin und Quartett –, Lust, sich Gershwin, diesem Giganten des Great American Songbook, zu nähern. Nicht nur Hits, auch weniger Bekanntes sollten es sein, und interessantere Einleitungsverse zu den Songs sollten nicht unterschlagen werden.
Beckmesserisch einzuwenden: Brauchen wir denn nach Ella, Billie Holiday oder Sarah Vaughan neue Gershwin-Interpretationen? Doch diese und andere große Sängerinnen haben sich von den Gestaltungen der Vorgängerinnen schließlich auch nicht einschüchtern lassen und so Eigenes zu den Themen gesagt. Lyambiko gehört zu den großen Sängerinnen ihrer Generation. Sie ist intonationssicher, verfügt über eine kräftige, ausdrucksstarke, dunkle, mitunter kehlige Stimme und säuselt nicht. Beste Voraussetzungen also für das Gershwin-Material. Mit ihrer Band geht sie die Songs mit respektvoller Frische an, vertraut auf die Kraft des Originals ohne Aktualisierung zu forcieren. Lyambiko als interaktiv agierende Einheit gelingt beim Live-Musizieren im Studio eine mitreißende Aussage mit nur ganz kleinen Spuren von Bemühtheit.

Thomas Fitterling, 14.04.2012



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