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City Grooves

Maria Baptist, BuJazzO

Baptist Music/harmonia mundi BAPTIST 3026
(79 Min., 3/2011)

Nach Peter Herbolzheimers Tod engagierte das knapp BuJazzO genannte „Bundesjazzorchester“ seine Dirigenten für abgeschlossene Projekte. Die Berlinerin Maria Baptist nutzte die Chance und brachte Partituren mit, die weit über den Durchschnitt von Bigbandnoten hinausgehen. In bester Gil-Evans-Tradition denkt sie – ähnlich wie ihre zeitweilige Mentorin Maria Schneider – mehrschichtig, und in der Nachfolge von allen Großen seit Count Basie, Duke Ellington, Stan Kenton, Sam Nestico oder Bill Holman schreibt sie auch für einen Großteil der Soli Hintergründe. Und ähnlich, wie Gil Evans einst das tiefe Blech zu seinem Markenzeichen machte, mengt sie in ihre Arrangements gerne die im Jazz weniger gebräuchlichen Querflöten. Allerdings verfährt sie dabei nicht so konsequent wie der Amerikaner: Bei ihr gibt es auch Stücke, die ohne deren hellen Klang auskommen. Auch die kompakte Mixtur von Rhythmen zwischen Swing, Funk, Rock und Latin steht eher in der europäischen und von Hollywood und der Westküste geprägten amerikanischen Traditionslinie. Die Bigband wiederum, ein Sammelbecken junger Top-Musiker, interpretiert die elf Stücke kompakt und mit lässiger Präzision. Die einzelnen Sätze sind herrlich dicht beisammen, und wo dies notwendig ist, fächern sich einzelne Instrumentengruppen auch scheinbar aus dem Nichts auf: Maria Baptist versteht sich ganz hervorragend auf die Steuerung der Dynamik in der rund 20köpfigen Großformation. Der mit Maria Baptist verbundene Erneuerungsschub tut dem BuJazzO hörbar gut.

Werner Stiefele, 26.11.2011



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