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Komeda

Leszek Możdżer

Act/Edel 1095162ACT
(52 Min., 3/2011)

Der Pianist Leszek Możdżer ist in seiner polnischen Heimat ein Star. Jetzt hat er für Act ein Soloalbum eingespielt. Es ist eine Hommage an Krzysztof Komeda, den 1969 im Alter von knapp 38 verstorbenen Komponisten und Pianisten, der für die frühen Polanski-Filme die Musik schrieb und sich als einer der ersten Europäer von den amerikanischen Vorbildern emanzipierte. Seine Art, auf die eigene Tradition zurückzugreifen ist bis heute stilprägend. Możdżer schwärmt zudem von dem „enormen Raum für einen improvisierenden Musiker“ in Komedas Werk. Schon die ersten Töne dieser Einspielung verzaubern den Zuhörer. Eine behutsam sprechende Melodie wird mit größter Sensibilität und einer ungeheuer differenzierten Klanggestaltung vorgetragen. Es entwickelt sich für fast eine Stunde ein Diskurs von enorm verführerischem Sog. Keine übermütige oder gar angeberische Pointe stört den vertraulichen Charme. Man denkt an „Conversations With Myself“ ‒ die berühmte Einspielung von Bill Evans, vor allem aber an die große Klaviermusik des französischen Impressionismus. Diese Konversation Możdżers mit Krzysztof Komeda als seinem Alter Ego ist von einer Intimität, bei der den Zuhörer fast ein Gefühl der Scham beschleicht. Umso schockierender ist es, dass das letzte Stück – im Gegensatz zur angegebenen Länge – bewusst nach fast drei Minuten unvermittelt abbricht, ein Verweis darauf, wie der Tod den jungen Komeda einst aus dem Leben riss.

Thomas Fitterling, 22.10.2011



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