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Snakes and Ladders

Sophia Domancich

Cristal Records/Broken Silence 14254
(45 Min., 1-6/2010)

Wie Carla Bley 1971 den „Escalator Over The Hill“ durch mehrere Studios bugsierte und schließlich auf einem Doppelalbum zum Laufen brachte, setzte Maßstäbe für die Fusion von Jazz, Pop und den narrativen Texten. Da wurde nicht gesungen, sondern allenfalls mit Melodien gesprochen. Fast drei Jahrzehnte später greift die englische Keyboarderin Sophia Domancich dieses Prinzip wieder auf – allerdings nicht so konsequent. So stehen Songs wie „Lucky Day“ eher sprachbetonten Stücken von John Greaves, Ramon Lopez, Napoleon Maddox und dem einstigen Soft-Machine-Schlagzeuger und Jazzrock-Pionier Robert Wyatt gegenüber. Mit Klavier, Keyboards, Fender Rhodes und Samplern ist Domancich in jedem Titel präsent. Zu ihr gesellen sich gelegentlich noch Gitarren, Schlagzeug und Percussion, Sampler und sonstige Elektronik. Ihre äußerst sparsamen Arrangements bedienen sich bei den Singer/Songwritern, Rock und Pop, greifen zwischendurch auch Flamenco auf, integrieren Geräuschhaftes, Jazziges und Minimalistisches und meiden jegliche Hektik. So intensiv, versponnen und skurril wie die Bley’sche Rolltreppenfahrt über den Hügel ist das Album jedoch nicht.

Werner Stiefele, 03.09.2011



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