Responsive image
Diverse

Beauty Of The Baroque

Danielle de Niese, Andreas Scholl, The English Concert, Harry Bicket

Decca/Universal 478 2260
(57 Min., 8/2010 & 1/2011)

Das Auge hört bekanntlich mit. Diese profane Weisheit ist heutzutage ehernes Marktgesetz. Ob Geigenmädels oder Klavierjungs, ob Tenorbeau oder Sopranschönheit, wer das 'type casting' nicht besteht, kann sich einen Majorvertrag abschminken. Da wundert es nicht, dass man bei etlichen dieser Auserwählten zusätzlich noch die Ohren stilllegen muss, um ihre Kunst wirklich genießen zu können.
Auch Danielle de Niese ist so ein Fall. Schon bei ihrem Debütalbum 2008 fragte man sich, warum man 20 Euro ausgeben sollte, um vorgeführt zu bekommen, wie man Händel-Arien auf keinen Fall hören möchte. Das ein Jahr später nachgelegte Mozart-Album konnte den ersten Eindruck absolut nicht verbessern. Nun also ein barockes Mischprogramm mit viel Händel, einem doppelten Bach, Monteverdi und Dowland und je einem Stück von Purcell und Pergolesi.
Der Sopran der Australierin ist flach, matt und hauchig, zeichnet sich durch eine unfreie Höhe, eine defizitäre Atemtechnik und mangelnde Koloraturfähigkeit aus. Dem trägt sie insofern Rechnung, als sie weitgehend auf hochvirtuose Stücke verzichtet und dafür ruhige, getragene singt. Leider fehlt es ihr dafür aber an Innigkeit und Anmut. Mit einstudierten Affekten schafft man keine emotionale Glaubwürdigkeit. (Und Deutsch – wie bei den beiden Arien aus Bach-Kantaten – sollte sie schon gar nicht singen.)
Um das Programm doch noch etwas abwechslungsreicher zu gestalten, hat man de Niese für drei Duette ("L'incoronazione di Poppea", "Rodelinda" & "Stabat Mater") Andreas Scholl ins Studio geschickt, mit dem ihre Stimme aber dummerweise überhaupt nicht harmoniert, ganz im Gegenteil. Von der Schönheit des Barocks, wie es der Titel verspricht, bekommt man auf dieser CD also nicht viel geboten.

Michael Blümke, 03.09.2011



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Nordlicht: Aus dem damals dänischen Holstein stammend, wird Dieterich Buxtehude im Frühling 1668 der neue Kirchenmusiker an St. Marien in Lübeck. Mit der Übernahme von Amt (und Heirat der Tochter) von Franz Tunder führt er auch dessen „Abendmusiken“, festliche und groß besetzte Adventskonzerte, fort. Diese sind so erfolgreich, dass Buxtehude bald der strahlendste Vertreter der Norddeutschen Orgelschule ist, den zu besuchen sich Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Johann […] mehr »


Top