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Claude Debussy, César Franck, Camille Saint-Saëns

Violinsonaten

Mirijam Contzen, Waléry Rogatschew

Arte Nova/BMG 74321 59233 2
(68 Min., 9/1998) 1 CD

Die Münsteraner Geigerin Mirijam Contzen und der Pianist Waléry Rogatschew haben eine Debütplatte abgeliefert, die man eine mittelgroße Sensation nennen darf. Der geradezu herbe, ernste Ton, den sie der etwas glatten Saint-Saëns-Sonate Nr.1 mit grimmiger, geigerisch brillanter Attacke abgewinnen, der ist schon ungewöhnlich. Und die Violinsonate Debussys, sein letztes, überaus sprödes Werk, gelingt ihnen geradezu exemplarisch. Den Kopfsatz, eher Traumlandschaft als Sonatensatz, auch den wachträumend suchenden Charakter des Finale-Stückwerks habe ich selten besser eingefangen gehört. Zum ersten Mal ist mir der Hintersinn des seltsamen Ravel-Zitats (ein Fragment aus der “Rhapsodie espagnole”) im Finale aufgegangen, das die beiden ganz deutlich und warm ausspielen. Gab es nicht den Streit mit Ravel um die angeblich gestohlenen Harmonien? Genau dies mag dem Todkranken, dessen Inspiration erlosch, mit bitterer Ironie in den Sinn gekommen sein. Nun stahl er wirklich einmal.
Die Franck-Sonate spielt Contzen dann um Längen schwelgerischer, mit satterem Ton, luxuriöserem Vibrato als alle langweiligen Midoris und Josefowicze. Endlich auch einmal ein Pianist statt einer Sättigungsbeilage, der den drängenden zweiten Satz mit der nötigen Energie und Fantasie ausspielt. Von den beiden werden wir bestimmt noch Erfreuliches zu hören bekommen im nächsten Jahrtausend.

Matthias Kornemann, 31.01.1999



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