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N° 1289
21. - 27.01.2023

nächste Aktualisierung
am 28.01.2023



Von Mozarts "Don Giovanni" gibt es derzeit etwa drei Dutzend lieferbare Versionen – Studioaufnahmen wie Live-Mitschnitte. Will man da noch eine weitere hinzufügen, sollte man gute Gründe haben. Die sucht man auf diesem Mitschnitt von drei konzertanten Aufführungen in Tel Aviv 2009 vergeblich. Das Label Helicon beweist vielmehr eine ordentliche Portion Chuzpe, diese in ihren besten Momenten lediglich mittelmäßigen, meist aber schwer erträglichen Abende auf CD zu pressen und dafür Geld zu verlangen. Von den sechs großen Partien gibt es lediglich bei der Zerlina von Chen Reiss nichts zu bemängeln. Die anderen beiden Donne sind so hoffnungslos überfordert mit ihren Partien, dass man sich vor Graus nur noch schütteln kann. Wobei ich mich nicht festlegen möchte, welche der beiden dem Gehör mehr zusetzt: Maria Luigia Borsi (Donna Elvira), die schon in ihrer Auftrittsarie Schlimmstes befürchten lässt und das auch einlöst, oder Anna Samuil (Donna Anna), die in ihrer zweiten Arie vollends das Handtuch wirft, aber auch vorher keinen Anlass zu Ohrenfreuden geboten hat. (Der Vollständigkeit halber sei hier darauf hingewiesen, dass beide Damen erst Anfang 30 sind!) Bei den Herren sieht es insgesamt etwas besser, wenn auch alles andere als beglückend aus. Maurizio Muraro (Leporello) hinterlässt – mit Einschränkungen – einen recht ordentlichen Eindruck, sein uncharismatischer Padrone Nicola Ulivieri, eigentlich ein guter Sänger, hat ziemlich mit der Höhe seiner Partie zu kämpfen. Und Dmitry Korchak ist dem Don Ottavio weitgehend, aber nicht ohne Mühen gewachsen. Zubin Mehta erweist sich am Pult des Israel Philharmonic Orchestra als erfahrener und durchaus inspirierter Operndirigent.

Michael Blümke, 21.05.2011



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