Responsive image
Diverse

Telemann and The Leipzig Opera

Jan Kobow, United Continuo Ensemble

Pan/Note 1 PC 10237
(79 Min., 8/2010)

Das Programm ist ebenso aufschlussreich wie reizvoll: gut zwei Dutzend Arien ergänzt um zehn instrumentale Stücke aus der "Musicalischen Rüstkammer". Diese 1719 veröffentlichte Sammlung stellt den wichtigsten Arienfundus aus dem kurzen Leben der Leipziger Barockoper dar. Nur knapp 30 Jahre, von 1693-1720, waren dem Opernhaus am Brühl (übrigens das erste bürgerliche Opernhaus Mitteldeutschlands) vergönnt, bevor es wegen Bankrotts seine Pforten schließen musste. In dieser Zeit jedoch wurden 74 Opern aufgeführt, davon mehr als 20 allein von Georg Philipp Telemann. Erhalten blieben von ihnen jedoch bestenfalls die Textbücher, die Musik ist weitgehend verschollen, weshalb die "Musicalische Rüstkammer" mit ihren Transkriptionen von höchstem geschichtlichen wie dokumentarischen Wert ist.
Das Programm ist also durchaus reizvoll, die Ausführung ist es leider nicht. Jan Kobow ist zum einen nicht der einfallsreichste Gestalter, wirkt zum anderen stimmlich bereits ab der oberen Mittellage angespannt und hat außerdem die Tendenz, zu tief zu intonieren. Sein nicht besonders interessanter, wenn auch grundsätzlich wohlklingender Tenor ist zudem recht monochrom, wodurch das Hörerinteresse trotz der unterschiedlichen Stimmungen der Musikstücke bald merklich nachlässt – auch weil ein nur sechsköpfiges Continuo-Ensemble nicht allzu viele zusätzliche Farben beisteuern kann.

Michael Blümke, 07.05.2011



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Beutezüge im Barock: Manche Solisten haben das Pech, dass die größten Komponisten gerade für ihr Instrument kein Konzert geschrieben haben. Keine Trompete bei Mozart, keine Flöte bei Bach und überhaupt keine Konzerte von Schubert. Und obwohl Antonio Vivaldi dank seiner versatilen Schülerinnen in der Pietà für fast jedes erdenkliche Instrument und jede Kombination Concerti in Fülle entworfen hat – allein 39 für’s Fagott, nur seine eigene Violine hat mehr bekommen – gibt es […] mehr »


Top