Responsive image
Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzerte KV 414 und 449, Rondo KV 382

Matthias Kirschnereit, Bamberger Symphoniker, Frank Beermann

Arte Nova 74321 72117 2
(58 Min., 10/1999) 1 CD

Ganz schön mutig: Ausgerechnet mit Mozarts konzertantem Rondo KV 382 für Klavier und Orchester beginnt Matthias Kirschnereit seine Gesamtaufnahme der Mozart-Klavierkonzerte. Das Stück wirkt zuerst ziemlich abschreckend: Das Hauptthema ist ein gähniges Kinderlied, die folgenden putzigen Variatiönchen vorhersehbar und – bei aller Mozart-Verehrung meinerseits – langweilig. Trotzdem schafft Kirschnereit es mit großer Delikatesse und Geschmack, dass man nicht gleich zum ersten "richtigen“ Konzert weiterspringt. Sehr behutsam zerlegt er die banale kleine Melodie, sorgsam eingebettet in den Klang der vorzüglich agierenden Bamberger Sinfoniker. Man versteht: Dieses nichtige Stückchen ist Prüfstein und Ouvertüre für die eigentliche Konzertaufnahme.
Und so steigert sich der Genuss auch, sobald Kirschnereit dem im Vorspiel teils lyrisch, teils prachtvoll auftrumpfenden Orchester im Konzert A-Dur KV 414 am Klavier seine Weiterführung des Hauptthemas gegenüberstellt. Kirschnereit, der bisher eine ganz uneinheitliche Diskografie mit hauptsächlich romantischem Repertoire aufzuweisen hat, zeigt sich als gewitzter Könner auf dem Gebiet des bei Mozart so wichtigen Dialogisierens. Mit den Bamberger Sinfonikern hat er einen zugkräftigen Partner dazu gefunden. Man kann auf die Fortsetzung des Projekts gespannt sein.

Oliver Buslau, 04.05.2000



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Das ging fix! In Schumanns „Haushaltsbuch“ kann man nachlesen, wenn auch gewohnt kryptisch, wie rasch er mit der Arbeit an seinem Klaviertrio op. 110 vorankam: „1. Okt. 1851 Kompositionsgedanken, 2. Okt. Triogedanken, 3. Okt. 1. Satz fertig, 4. Okt. 2. Satz, 5. Okt. 3. Satz, Freude, 27. Okt. Probe zum Trio zum ersten Mal, Freude.“ Dabei war Schumann sonst nicht unbedingt ein Schnellschreiber wie etwa Mozart. Doch die vier Sätze wirken wie aus einem Guss, wie in einem Schaffensrausch zu […] mehr »


Top