home

N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



Responsive image
Igor Strawinski

Perséphone

Doris Schade, Fritz Wunderlich, Chor des hr, hr-Sinfonieorchester, Dean Dixon

Audite/Edel 1095619ADT
(49 Min., 11/1960)

Es tauchen immer wieder Wunderlich-Trouvaillen auf, mitunter sogar gehäuft, wie momentan, wo neben einem verloren geglaubten "Lied von der Erde" aus dem Wiener Musikverein fast zeitgleich auch ein HR-Mitschnitt von Igor Strawinskis wenig bekanntem Melodram "Perséphone" veröffentlicht wird. Das 1934 unter der Leitung des Komponisten in Paris uraufgeführte Werk auf einen Text von André Gide wirkt trotz des Einsatzes von Chor und Orchester fast kammermusikalisch, es ist frei von Dissonanzen und erweist sich als ungewöhnlich lyrisch, geradezu 'entspannt'. Der designierte Chefdirigent des Sinfonie-Orchesters des Hessischen Rundfunks, Dean Dixon, hatte "Perséphone" (in deutscher Fassung) im November 1960 aufs Programm gesetzt und damit gleich einen ersten überzeugenden Akzent für seine immerhin 13 Jahre währende Tätigkeit in Frankfurt gesetzt.
Die Titelrolle ist für eine Schauspielerin konzipiert – hier wird sie von der exzellenten Sprechkünstlerin Doris Schade gestaltet, die damals noch zum Ensemble des Frankfurter Schauspielhauses gehörte –, der eigentliche 'Erzähler' hingegen, der Priester Eumolpius, ist eine dankbare Tenorpartie. Auch wenn man Fritz Wunderlich vielleicht nicht auf Anhieb mit Strawinski assoziiert, hat er doch dessen "Oedipus Rex" mehrfach gesungen und sich auch sonst immer wieder zeitgenössischer Werke angenommen. Mit seiner vorbildlichen Textverständlichkeit, der perfekten Phrasierung und der für ihn selbstverständlichen vokalen wie gestalterischen Natürlichkeit überzeugt er auch an diesem Abend auf ganzer Linie. Eumolpius bedeutet "der schön Singende" – wie wahr!

Michael Blümke, 16.04.2011



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Zum Warmwerden: Von Tenören, die gerne auf der Rasierklinge zwischen Kunst und Kommerz reiten, ist es ja bekannt. Das aber auch Instrumentalisten „ihr“ Weihnachtsalbum aufnehmen, hat Seltenheitswert. Zumal, wenn es auch noch so glückt wie im Fall des Harfenisten Xavier de Maistre. Der verbindet gleich mehrere Programmideen. So ist dieses Album nämlich nicht nur Begleitmusik fürs Weihnachtszimmer, sondern auch eine Verneigung vor einem großen Kollegen unter den Konzertharfenisten, […] mehr


Abo

Top