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Johannes Brahms

Klavierwerke

Adam Laloum

Mirare/harmonia mundi MIR 131
(80 Min., 11/2010)

Im Alter von zehn Jahren fing er mit dem Klavierspiel an, fünf Jahre später schon wurde er am Pariser Konservatorium in die Klasse von Michel Béroff aufgenommen, mit gerade einmal 19 Jahren schloss er sein Studium dort ab. Mittlerweile hat er den renommierten Clara-Haskil-Wettbewerb gewonnen und ist auch schon beim Klavierfestival Ruhr aufgetreten. Mirare hat dem jungen Franzosen jetzt die Gelegenheit zu seiner ersten Soloplatte gegeben. Der Eindruck ist geteilt.
Die "Acht Klavierstücke op. 76" haben in Laloums Interpretation nichts Gefälliges an sich, er arbeitet Brechungen deutlich heraus und lässt den Fluss immer wieder stocken. Die "Zwei Rhapsodien op. 79" tragen bei ihm ihren Namen zu Recht, man muss schon zu Martha Argerich gehen, um eine ähnlich freie Behandlung zu finden. Laloum nutzt die Werke nicht zur Demonstration der eigenen Virtuosität, wie das gerade bei diesen beiden Stücken gern geschieht. Soweit die positive Hälfte der CD.
Bei den "Drei Intermezzi op. 117" erweist sich der 24-Jährige nicht als der farbenreichste Pianist oder raffinierteste Schattierer, weshalb diese Stücke den schwächsten Eindruck hinterlassen. Die "Variationen über ein eigenes Thema op. 21/1" sind vermutlich das unergiebigste Klaviersolowerk von Brahms, es wird aber nicht dadurch interessanter, dass man es zerdehnt und ihm so von vornherein jede Spannung raubt. So hat man es hier einerseits mit einem höchst individuellen Agogiker zu tun, der andererseits aber noch etwas unfertig wirkt, was die klangliche Palette anbelangt.

Michael Blümke, 19.03.2011



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