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Satch Plays Fats

Louis Armstrong

Columbia Legacy/Sony 5 099706 492726
(79 Min., 6/1928, 3/1932, 4/1955, 5/1955) 1 CD

Das - wenn auch nur musikalische - Aufeinandertreffen der beiden größten Entertainer des Jazz war eine Rechnung, die aufgehen musste: Die 1955 veröffentlichte Langspielplatte wurde auf Anhieb zum Klassiker - genau wie ihr Vorläufer in Columbias Serie "Great Jazz Composers", "Louis Armstrong Plays W.C. Handy". Nett ist der nur im Tonband-Zeitalter realisierbare Einfall, Armstrong auf "I've Got A Feeling I'm Falling" ein Duett mit sich selber singen zu lassen, während andernorts Velma Middleton ein paar Verse beisteuern darf. Doch die sängerische und solistische Hauptlast ruht fast durchgehend auf den Schultern Armstrongs, der mit Trummy Young, Billy Kyle und vor allem Barney Bigard nicht die schlechtesten Solisten bereitstehen hatte.
Aber Armstrong war inmitten seiner "All Stars" eben die unangefochtene Hauptattraktion, ein Mann in den besten Jahren, der schließlich auch dreißig Jahre nach den Hot Five noch göttlich Trompete blies. Die fröhliche Selbstgewissheit, mit der Armstrong selbst traurige Nummern wie "Black And Blue" vortrug, macht ihm, dem bei aller Beliebtheit von Rassismus nicht verschont Gebliebenen, keiner so schnell nach.
Eine besondere Neigung zur Musik Fats Wallers, mit dem er immerhin einmal - 1925 in Chikago - persönlich zusammenarbeitete, besaß Armstrong schon als junger Mann: Diese CD enthält alle je von Armstrong für Columbia oder Okeh eingespielten Waller-Titel, auch die, welche er um 1930 mit großer Besetzung aufnahm. Unmöglich zu entscheiden, welchen der im originalen Mono belassenen Fassungen hier der Vorzug zu geben ist, zumal die klangliche Aufbereitung - im Einklang mit der Dokumentation - maßstäblich geriet: Der Unterschied zur High Fidelity der Fünfziger besteht in der leichten Rauschfahne, die den Schellacks ihr Obertonspektrum belässt, aber alle Lauf-, Knister- und Knackgeräusche eliminiert.

Mátyás Kiss, 10.08.2000



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