Responsive image
Diverse

Carols & Christmas Songs

Bryn Terfel, Côrdydd, Orchestra of the Welsh National Opera, Tecwyn Evans

DG/Universal 477 8768
(56 Min., 7/2010)

Wäre es nicht Bryn Terfel, man hätte einfach ein weiteres Weihnachtsalbum der üblichen, sprich: süßlichen Art vor sich. So aber hört man die Ausnahmestimme des Walisers, der auch diese Lieder mit der Sorgfalt und Differenziertheit angeht, die er sonst Opernarien angedeihen lässt. Und freut sich, dass zur Abwechslung auch einmal eine tiefe Stimme so eine CD aufnehmen darf, normalerweise kommen ja nur die Hausprimadonna und der Labeltenor zu solchen Ehren. Wobei einer der Labeltenöre tatsächlich mit von der Partie ist – Rolando Villazón singt mit Terfel zusammen "El nacimiento" von Ariel Ramírez. Und noch ein prominenter 'Duettpartner' taucht auf dieser Scheibe auf: Bing Crosby, in dessen "White Christmas" aus dem Jahr 1942 sich der Bassbariton schmuggelt.
Die 15 Titel sind abwechslungsreich zusammengestellt, auch ein spanischer und ein deutscher Track finden sich auf "Carols & Christmas Songs". Und auf der beigefügten Bonus-CD erklingen dann sieben dieser Titel neben drei neuen auf Walisisch. Danach wissen Sie auch, was "Cwsg, cwsg, cwsg" heißt – und vor allem, wie man das ausspricht. (Es handelt sich um das österreichische "Still, still, still".) So weit, so gut. Leider sind aber einige der Arrangements schon recht rührselig, und wenn dann auch noch der Chor bemüht wird, klebt es richtig. Bryn Terfel bleibt dabei stets wohltuend geschmackvoll, aber auf eine Extraportion Zucker muss man sich bei diesem Programm schon einstellen. Andererseits – es ist schließlich Weihnachten …

Michael Blümke, 11.12.2010



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Beutezüge im Barock: Manche Solisten haben das Pech, dass die größten Komponisten gerade für ihr Instrument kein Konzert geschrieben haben. Keine Trompete bei Mozart, keine Flöte bei Bach und überhaupt keine Konzerte von Schubert. Und obwohl Antonio Vivaldi dank seiner versatilen Schülerinnen in der Pietà für fast jedes erdenkliche Instrument und jede Kombination Concerti in Fülle entworfen hat – allein 39 für’s Fagott, nur seine eigene Violine hat mehr bekommen – gibt es […] mehr »


Top