Responsive image

Songs I Always Loved

Frank Chastenier

Emarcy/Universal 274 4789
(56 Min.)

Der amerikanische Pianist Oscar Peterson spielte "Yours Is My Heart Alone" schon in den Fünfzigern, als deutsche Jazzer noch weite Distanz zu den Operettenkönigen hielten. Erst in den vergangenen 15 Jahren wurde es auch in Deutschland salonfähig, nicht nur bei den Musicals nach großen Melodien zu suchen, sondern auch bei Berliner Revuekomponisten wie Friedrich Holländer oder eben Franz Lehár. Till Brönner hatte 1996 mit dem Album "German Songs" an diesem Dammbruch mitgewirkt, und ihn engagierte Chastenier wie bereits 2003 beim ebenfalls auf europäisches Material zurückgreifenden Album "For You" erneut als Produzenten. Für das Album "Songs I Always Loved" hat er acht europäische Klassiker in Trio-Kleinode verwandelt, darunter eben auch "Dein ist mein ganzes Herz" und "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" sowie ein Medley aus Al Jarreaus Song "Mornin'" und Jacques Brels Chansons "Je ne regrette rien" und "Ne me quitte pas", France Galls Hit "Ella elle l'a" und Paul Kuhns Ballade "Die kleine Stadt will schlafen gehn". Meist nur von Bass und Schlagzeug begleitet, gibt sich der Pianist den Melodien hin, und selbst wenn noch Streicher hinzukommen, bleibt er fernab vom Kitsch. Sein Trio lässt den Themen Zeit, sich zu entfalten, und Chastenier selbst vermeidet üppige Garnierungen, halsbrecherische Läufe oder sonstige Showstückchen. Dezent swingende, in ihrem Gestus zurückhaltende Versionen entstanden so, in denen gehobenes Easy Listening, Gelassenheit und Jazz zu einer stimmigen Synthese zusammenkommen. Das unterscheidet seine Fassung des Lehár-Hits von Oscar Petersons zupackend swingender Interpretation.

Werner Stiefele, 09.10.2010



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

An den Feiertagen immer wieder dieselben Weihnachtsklassiker hören? Wem dabei potenziell eher langweilig wird, dem sei die CD „O heilige Nacht“ des Dresdner Kammerchores wärmstens ans Herz gelegt. Was dem Titel nach zunächst verdächtig nach traditionellen Arrangements klingt, entpuppt sich beim genaueren Hinschauen und Hinhören als vokaler Ausflug in eine Zeit, auf die für Weihnachtsmusik nur selten zurückgegriffen wird: die Romantik. So singt der Chor unter der Leitung von […] mehr »


Top