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Summit Meeting

Eric Alexander

Milestone/ZYX MCD-9322-2
(67 Min., 12/2001) 1 CD

Viel Gutes hatte ich über Eric Alexander schon gelesen, gehört hatte ich hingegen nichts von ihm. Das "Summit Meeting" mit dem Trompeter Nicholas Payton als Gast bei vier Titeln war also meine Erstbegegnung mit den Talenten des Tenoristen, der aus dem Thelonious-Monk-Wettbewerb 1991 als Zweiter hinter Joshua Redman hervorging. Der soulige Klang seines Instruments machte ihn zum idealen Bläser in der Combo des Organisten Charles Earland; Studien und Auftritte mit Von Freeman und George Coleman (der ihn kürzlich als "Genie" bezeichnete) vermittelten ihm wertvolle Anregungen.
Meine durch diese Informationen hochgezüchteten Erwartungen übertraf Alexander spielend: Sein Spiel erregt vielleicht weniger Aufsehen als dasjenige eines Bennie Wallace, aber ich täte mich schwer damit, in seiner Generation einen zweiten Tenoristen ausfindig zu machen, der sein boppendes, musikalisch grundsolides Handwerk so durch und durch ohne Tricks und doppelten Boden versteht und versieht wie Alexander.
Der spätestens seit Coltrane drohenden Gefahr des Abspulens auswendig gelernter, längst jeder Bedeutung entleerter Formeln entgeht Alexander souverän - man höre nur seine Version von "After The Rain". Alexanders bemerkenswerte Begabung liegt in der im Sinne Rollins' schnörkellos klar artikulierten Klangrede. Und dass Alexanders ehemaliger Lehrer Harold Mabern noch heute in seiner selten gut aufeinander eingespielten Band die Tasten drückt, dürfte für sich sprechen.

Mátyás Kiss, 08.08.2002



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