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Reflections

Martin Auer-Quintet

Care/Edel 0198888GLA
(53 Min., 5/2009)

Sie sind ein perfektes Gespann. Der Trompeter Martin Auer oder der Alt- und Sopransaxofonist Florian Trübsbach beherrschen die hohe Kunst, auch in bewegten, an Tonsprüngen reichen Soli einprägsame Melodien zu gestalten. Sie vereinigen sich zu Unisonopassagen, sie begleiten den Partner aus dem Hintergrund und sie heben – getragen von der federnden Rhythmusgruppe – natürlich auch mit einer Fülle an Nuancen in Klang und Empfindung solistisch ab. Dabei verrät nicht nur ihr Zusammenspiel, sondern der gesamte Ensembleklang, dass diese Musik mit allen ihren Finessen, mit kleinen Verzierungen, Hintergrundkommentaren, Breaks und Verschiebungen über Jahre hinaus gewachsen ist. Mal swingt das Quintett fast altmeisterlich, mal klingt ein Hauch von Jazzrock an, mal unterlegen der Schlagzeuger Bastian Jütte, der Bassist Andreas Kurz und der Pianist Jan Eschke aus Hip-Hop und Drum’n’Bass abgeleitete Rhythmen, die aus der Gegenwart des Jazz stammen und an das Herangehen des Esbjörn Svensson Trios erinnern. Stilgrenzen spielen in den acht Titeln keine Rolle – es fließt einfach zusammen, was zueinanderpasst – und dieses Spektrum reicht von besinnlichen Balladenpassagen bis zu hart marschierenden Rhythmen. Melancholie und Kraft liegen in den acht Stücken, Intensität und Gelassenheit. Insofern ist das Martin Auer Quintet der Idealtyp für den anspruchsvollen, vom ersten bis zum letzten Ton hörenswerten Mainstream der Gegenwart.

Werner Stiefele, 19.06.2010



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