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Junjo

Esperanza Spalding

Connector Records/Inakustik 06159875
(49 Min., 4/2005)

Als Esperanza Spalding ihr Debütalbum "Junjo" aufnahm, war sie 21 Jahre alt, hatte ein Studium an der Portland State University und dem Berklee College of Music in Boston hinter sich und war gerade an eben jenem College zur jüngsten Professorin in dessen Geschichte ernannt worden. Die Disc hat sie im Trio mit dem Pianisten Aruán Ortiz und dem Schlagzeuger Francisco Mela eingespielt – drei Geistesverwandte, die ebenso wie die Bandleaderin zu sprunghaften Wechseln bereit sind, über weite Passagen aber das von Latinrhythmen getragene Zusammenspiel schätzen. Wohl gelaunt bauen sie Themen auf, lassen diese grooven, aber auch in weiträumig improvisierter Kommunikation verwehen, wobei sie das Ausgangsmaterial stets präsent halten, indem sie Bruchstücke der Ursprungsideen hin und herschicken. Dabei verdeutlicht Spaldings virtuoses Spiel, dass sie die Professur durchaus zu Recht bekleidet – es scheint, als gebe es in technischer Hinsicht nichts, was sie nicht locker bewältigen könnte. Zwischendurch trällert sie allerdings ziemlich nervig diverse Melodien – mal mit Text, mal ohne, und dabei intoniert sie weniger akkurat als auf dem Bass und hat auch nicht den Atem, eine Melodielinie mit konstanter Intensität durchzuhalten. Bewunderung nötigt hingegen ab, dass sie – und dazu ist sie auch im Konzert in der Lage – Melodieführung und Bassbegleitung souverän nebeneinander her führen und in Kontrast setzen kann. Bei allen Schwächen verdeutlicht die Scheibe, dass sich hier eine junge Frau mit sensationellem Potenzial vorstellt.

Werner Stiefele, 12.06.2010



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