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Frédéric Chopin

Klavierkonzerte

William Youn, Nürnberger Symphoniker, Friedemann Riehle

Ars Produktion/Note 1 ARS38074
(73 Min., 6/2004) 1 CD

Was soll man sagen: Es ist Chopin-Jahr. Vor 200 Jahren wurde der Genius geboren, und alles, was man über ihn sagen kann, ist gesagt. Manches davon stilisiert ihn unzureichend, manches rückt das Bild, das die Welt von ihm hat, ein bisschen zurecht, manches trieft vor falscher Verehrung. Am besten ist es immer noch, seine Werke anzuhören. Und das ist im vorliegenden Fall keine Sensation, aber doch mehr als ansprechend. Denn William Youn und die Nürnberger Symphoniker sehen Chopins Klavierkonzerte als das, was sie gattungsgeschichtlich sind: Nachfahren Beethovens. Die Themen sind deutlich ausformuliert, die Strukturen hinreichend klar konturiert, und die Tempi selbst in den langsamen Mittelsätzen nicht so schleppend oder gar so verzerrt, dass man vor lauter romantischer Gefühlsduselei somnambul durch den Tag dämmern und sich in die nächstbeste Frau verlieben möchte. Derartige Sentimentalitäten weist der junge südkoreanische Pianist, von dem wir auf diesem Weg erstmals Kunde erhalten, weit von sich. Auch die Tongebung Youns weist ihn als profilierten und klanglich kultivierten Pianisten aus, dessen tempo rubato auf festem Grunde wandelt. Kurzum: Es gibt wenig auszusetzen an dieser Aufnahme. Nur eines mag uns nicht behagen: der Mangel an Feuer, innerem wie äußerem. Die Dämonen, die hört man nicht. Aber sie wohnen (auch) in diesen beiden Werken. Mögen sie im Verlauf des Chopin-Jahres noch zu uns stoßen.

Tom Persich, 29.05.2010



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