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Ludwig van Beethoven

Sinfonie Nr. 3, Egmont-Ouvertüre

K&K Philharmoniker, Matthias Georg Kendlinger

Da Capo/Klassik Center CD917
(52 Min., 5/2009) 1 CD

Er hat es wieder getan. Und wie schon zuvor bei der Einspielung von Beethovens Fünfter und Schuberts "Unvollendeter", könnte man einwenden, dass die Welt sicher nicht auf Kendlingers Beethoven-Doppelpack gewartet hat. Ganz abgesehen davon, dass Kendlingers K&K Philharmoniker doch schon noch an ihrem Klang zu arbeiten haben: So hat das trockene Staccato in den Bläsern, das Kendlinger im Scherzo versucht, etwas Stumpfes, während es die Streicher an der letzten rhythmischen Präzision fehlen lassen. Womit sich die Einspielung jedoch vom Durchschnitt hervorhebt, das ist die unbedingte Motivation: Es herrscht eine Innenspannung, die wie die Erfüllung von Carlos Kleibers Wunsch wirkt: "Ich will, dass Sie etwas wollen". Was Kendlinger selbst betrifft, so scheint er aus seiner früheren Karriere als Volksmusikant das Wissen um die Notwendigkeit von absoluter Deutlichkeit und Verständlichkeit, eine letztlich positive Weltsicht sowie eine große Erfahrung im Umgang mit dem Genre der Marschmusik mitgebracht zu haben, die der Musik des einstigen Napoleonfans Beethoven durchaus zu Gute kommt. Kendlingers Forte mag zuweilen die Wucht von Holzfällerschlägen haben – aber sie treffen auf den ersten Schlag, denn ein Holzfäller weiß, dass er keine Kraft zu verschenken hat. Auch wenn dies keine Scheibe zum wiederholten studierenden Hören ist: Als eine überzeugend volkstümliche und ansteckend begeisterte Beethoven-Einspielungen ist sie ein erstaunliches Dokument dafür, wie weit es ein ambitionierter Quereinsteiger bringen kann.

Carsten Niemann, 17.04.2010



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