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Isla

Portico Quartet

Real World Records/Indigo 946352
(53 Min., 5/2009) 1 CD

Einst entdeckte Nick Mulvey bei einem Händler ein "Hang", und weil ihm der Klang dieses mit einem fast geschlossenen Corpus gestalteten Abkömmlings einer Steel Drum so gut gefiel, gründete der junge Brite mit Freunden eine Band. So will es die Legende, und tatsächlich prägt dieses in der Schweiz erfundene und gebaute Instrument den Stil des Ensembles. In ihm kommen viele Elemente zusammen: tragende, weit geschwungene Saxofonmelodien, die ahnen lassen, dass sich Jack Wyllie intensiv mit den musikalischen Welten von Jan Garbarek, Manu Dibango und Gato Barbieri befasst hat, an die repetitive Minimal Music erinnernde, variationsreiche Wiederholungsfiguren, aber auch sonore Kontrabass-Grooves von Milo Fitzpatrick. Mulvey und der Schlagzeuger Duncan Bellamy verleihen der Band ein vielschichtiges perkussives Fundament, in das Wyllie gelegentlich dezente Elektroniksounds webt. Da Bellamy auch Klavier spielt, steht den Vieren ein beachtliches instrumentales Repertoire zur Verfügung. Daraus bauen sie in neun Titeln eine musikalische Insel, in der sich Trancephasen mit Besuchen des Traumschiffs, harte Beats und weiche Melodien, Ekstase und Gelassenheit abwechseln. Von den britischen Inseln kamen in den letzten Jahren schon viele attraktive Varianten des Jazz. Nun bringt das auch live sehr aktive Portico Quartet eine weitere.

Werner Stiefele, 03.04.2010



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