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N° 1230
04. - 10.12.2021

nächste Aktualisierung
am 11.12.2021



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Benjamin Britten

Streichquartette Nr. 1 - 3, Drei Divertimenti

Belcea Quartet

EMI 557 968-2
(94 Min., 7/2003, 6/2004, 7/2004)

Seit Henry Purcell hat unsere große Nachbarinsel gewiss keinen großen Komponisten hervorgebracht – mit Ausnahme von Benjamin Britten. Ob es dafür benennbare Gründe gibt, ist eine interessante, aber kaum zu lösende Frage. Vielleicht auch einfach nur ein Zufall. Britten jedenfalls ist schon von seinem Repertoire her ein Universalist, und ein ausgezeichneter Auszug aus seinem kammermusikalischen Werk ist auf diesen zwei CDs vom Belcea Quartet eingespielt.
Das Ensemble gründete sich 1994 am Royal College of Music in London und kann einige internationale, besonders nationale Erfolge in England vorweisen. Die Moderne und Uraufführungen gehören neben klassischen Werken zum festen Programm der zwei Damen und Herren. Neben einer ausgereiften, ja brillanten Technik ist es vor allem die Impulsivität und das intensive Nachspüren kontrastierender Stimmungen, die in diesen Einspielungen der Streichquartette Nos. 1 bis 3 und der drei kurzen Divertimenti für Streichquartett von 1936 zu einem Erlebnis machen.
Das Belcea Quartet zeigt uns, dass Musik des 20. Jahrhunderts auch dann innovativ, lebendig und modern wirken kann, wenn sie tonal ist (wie die Streichquartette op. 25 und 36) oder wenn sie sich in freier Tonalität bewegt wie das Quartett op. 94, dabei aber immer wieder Anklänge an klassische Kompositionsprinzipien und Formen erkennen lässt. Gewiss, Britten war kein Revolutionär der Musikgeschichte. Seine Bedeutung ist vielleicht gerade deshalb erst mit einigem Abstand zu erkennen. Diese beiden CDs bieten eine ausgezeichnete Gelegenheit dazu.

Matthias Reisner, 13.08.2005



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