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Louis Spohr

Violinkonzerte Nr. 6, 8, 11

Simone Lamsma, Finnische Sinfoniker, Patrick Gallois

Naxos 8.57 0528
(70 Min., 4/2007) 1 CD

Schönes Wiedersehen mit Louis Spohr. Schon gegen Ende seines Lebens, Mitte des 19. Jahrhunderts, sank sein Stern, der in besten Jahren ja weit oben stand am Künstlerfirmament. Spohr, in den meisten historischen Quellen als bedeutendster deutscher Geiger seiner Zeit gepriesen, als anständiger Komponist und als Bindeglied zwischen der aufblühenden französischen Violinschule und der deutschen Klassik und Frühromantik, dieser in Braunschweig geborene Spohr schiebt sich heute allenfalls mit seinem achten (von 18) Violinkonzert(en), der sogenannten "Gesangsszene", in die Konzertprogramme – Hilary Hahn hat sie vor drei Jahren gemeinsam mit dem ersten Violinkonzert von Paganini eingespielt. Die vorliegende Aufnahme muss den Vergleich nicht scheuen: Die junge Holländerin Simone Lamsma bringt im Grunde alles mit, um diese Ausgrabung wieder in jenem Glanz erstrahlen zu lassen, die einst Spohrs Zeitgenossen hingerissen haben muss. Ihre makellose Virtuosität ist klassisch-diszipliniert, ihr Spiel hat frechen Biss und Eleganz, ist athletisch, frisch, nie verhärtet oder angestrengt, es ist – um ein Bild der Konfektindustrie zu entlehnen – außen knackig und innen weich. Diese Qualität passt zu den sportlichen Rondos ebenso gut wie zu den arienhaften, mit Grazie ausgesungenen Mittelsätzen. Die dem Rezensenten bisher gänzlich unbekannte Sinfonia Finlandia Jyväskylä unter Patrick Gallois ist auf dem Parcours eine überaus wackere Begleitmannschaft. Man kann auf dieser CD also weit mehr entdecken als nur den Herrn Spohr.

Raoul Mörchen, 09.01.2010



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