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Eclectic Path

Modern Art Orchestra

BMC/Codaex BMC 0159
(78 Min., 1/2008) 1 CD

Man kannte Ungarn als Land der großen Solisten, als Land mit einer besonderen Big-Band-Kultur ist es bisher nicht in unser westliches Bewusstsein gedrungen. Das könnte sich mit dem Modern Art Orchestra ändern. "Kenne und respektiere die Tradition, lerne und entwickle Dinge weiter aus Überzeugung und teile das Erreichte mit anderen von ganzem Herzen!" lautet das Credo von Kornél Fekete-Kovács, dem Begründer und Leiters dieses Klangapparats. Er versteht ihn als Workshop für einen Pool von Komponisten, zu dem außer ihm noch Szabolcs Oláh, Kristóf Bacsó, Dániel Mester und Viktor Hárs gehören. Für Fekete-Kovács ist die Rhythmusgruppe der Sockel einer Big Band – und mit einem Gitarristen zusätzlich zum üblichen Pianotrio sind quasi alle vier Kanten des Sockels traditionell solide verankert. Vorsichtig neuere Wege geht die Band mit den Bläsern: Der fünfköpfige Holzbläsersatz bedient Saxofone aller Art und dazu noch Klarinetten und Flöten. Die Blechbläsergruppe mit drei Trompeten, drei Posaunen, einem Horn und einer Tuba macht ordentlich Wind, ohne gleich gar so scharf zu pfeifen, der kräftige Horn- und Posaunenanteil sorgt für entsprechende Milde. Ganz im Sinne des Composer Pools sind auf dieser ersten CD der Band Titel aller fünf Komponisten zu vernehmen. Die Stücke stehen in der modernen Tradition, die viel mit Thad Jones/Mel Lewis zu tun hat und die im westlichen Europa ein Colin Towns vertritt. Arrangements, Ensemblespiel und Soli bewegen sich auf handwerklich höchstem Niveau, der ultimativ zündende Big-Band-Kick ist aber vielleicht doch noch mehr, als das äußerst vergnügliche Musizieren dieses Orchesters. Der Bonus Track mit seiner Ausrichtung an Neuer Musik könnte in eine alternative, aber durchaus vielsprechende Richtung weisen.

Thomas Fitterling, 25.11.2009



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