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Wolfgang Amadeus Mozart, Modest Mussorgski, Manuel de Falla u.a.

Sommernachtskonzert Schönbrunn

Wiener Philharmoniker, Daniel Barenboim

DG/Universal 0762733
(93 Min., 6/2009) 1 DVD

Seit 2004 locken die Wiener Philharmoniker jährlich zu einem Sommernachtskonzert zu einer der meistbesuchten Touristenadressen ihrer Stadt, dem (unter Maria Theresia angelegten) Schlosspark Schönbrunn. Seit letztem Jahr dirigiert vor der Kulisse der abendlich anstrahlten Gloriette der Dirigent des jeweils zurückliegenden Neujahrskonzertes. So hat sich die (ursprünglich als Europakonzert gegründete) Großveranstaltung zum Open-Air-Zwilling des Neujahrskonzertes entwickelt – vor in diesem Jahr 100.000 Zuschauern. Der Eintritt ist frei. Freilich birgt das Konzert auf dem Umweg über CD und DVD sowie via Liveübertragung in 60 Länder beneidenswerte Zweitverwertungsmöglichkeiten für das Orchester.
Schon immer waren die Wiener Philharmoniker eines der wenigen Orchester der Welt, die einem Dirigenten mindestens ebenso viele musikalische Vorstellungen vermitteln, wie sie von ihm anzunehmen gesonnen sind. Auch insofern hat Daniel Barenboim, der schon als Neujahrsdirigent glückliche Figur machte, gute Karten. Er versteht es, Kreativität abzuschöpfen, ohne dem Orchester zu viel Neues zuzumuten. So wird Mozarts "Kleiner Nachtmusik" schmelzende Wonne entlockt und Mussorgskis "Nacht auf dem Kahlen Berge" ein heißkaltes Knistern, wie man dies nur von diesem Orchester dargeboten bekommt. Durch Manuel de Fallas "Nächte in spanischen Gärten" andererseits stolpert und holpert Barenboim, vom Klavier aus dirigierend, mehr schlecht als recht. Mit Straußwalzern und dem Tango "El firulete" ("Die Arabeske") verlustiert sich der laue Abend im Zugabenbereich. Insgesamt ein Erinnerungsstück vor historischer Kulisse. Dies sagend, räumt man ein: kaum mehr als ein hübsches Sammlersouvenir für diejenigen, die dabei waren.

Robert Fraunholzer, 16.10.2009



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