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Akokan

Roberto Fonseca

Enja/Edel 0095342EJM
(56 Min., 2008) 1 CD

Zwei Jahre sind verstrichen, seit Roberto Fonseca sein erstes Album auf Enja vorgelegt hat, und diese Partnerschaft hat sich für beide Seiten als Erfolgsstory erwiesen. Der kubanische Pianist, der schon als Nachfolger von Rubén González im Orchester von Ibrahim Ferrer auf dem Weg zum internationalen Ruhm war, ist inzwischen Star auf den Bühnen weltweit. Auf seinem Enja-Einstand demonstrierte er mit zahlreichen Gästen stilistische Vielseitigkeit und weltweite kulturelle Offenheit. Jetzt auf "Akokan" spielt er mit seinem regulären Quintett, aber auch in dieser Besetzung verweist er auf seine polyglotten Einflüsse. Für die besondere Farbe in seiner Gruppe sorgt der Bläser Javier Zalba, der spielt nicht das übliche Alt- oder Tenorsaxofon, sondern das Baritoninstrument und außerdem Klarinette und Flöte. "Akokan" bedeutet "Herz" in der Sprache der Yoruba, und dieses Album betont die warmherzig-besinnlichere Seite von Fonsecas Musik. Immer wieder ist es die kapverdische Sängerin Mayra Andrade, die für die entsprechende Gestimmtheit sorgt, die Fonseca dann auf den Tasten weiterspinnt. Selbst wo er rhythmisch und geläufigkeitsvirtuos zupackender zur Sache geht, ist doch immer diese gewisse Poesie in seinem Vortrag, die man mit der Karibik assoziiert, und diesen Charme verleiht er auch dem Material das explizit auf andere Herkunftsländer Bezug nimmt wie sein "Bulgarian" oder "Everyone Deserves a Second Chance" von Raul Midón, der diesen Titel auch als Sänger interpretiert. Was Fonsecas Klavierspiel so faszinierend macht, ist neben diesem poetischen Charme auch eine gewisse Form fröhlicher Selbstironie, mit der er die Einflüsse eines Rubén González, Abdullah Ibrahim oder auch McCoy Tyner in einen klischeefernen Personalstil überführt, der ohne anbiedernde Koketterie den Zuhörer augenzwinkernd auf eine vergnügliche und bewegende Reise mitnimmt.

Thomas Fitterling, 17.07.2009



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