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N° 1237
22. - 28.01.2022

nächste Aktualisierung
am 29.01.2022



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Wolfgang Amadeus Mozart

Violinkonzerte Nr. 1 u. 3, Sinfonia Concertante

Renaud Capuçon, Antoine Tamestit, Scottish Chamber Orchestra, Louis Langrée

Virgin Classics/EMI 502 112-2
(73 Min., 9/2007) 1 CD

Mozartkonzerte sind bis heute Standards beim Vorspiel für Orchesterstellen: Was ein Musiker kann und was nicht, zeigt sich kaum irgendwo so schnell und deutlich wie hier. Renaud Capuçon kann einiges und würde bei jeder Bewerbung mit Kusshand genommen. In der Einspielung der Violinkonzerte KV 207 und KV 216 nebst der Sinfonia Concertante mit dem Bratscher Antoine Tamestit erweist er sich als ein Musiker von ausgesprochen differenzierter Modulationsfähigkeit: Jeder Ton hat seinen eigenen Schliff, sein eigenes Gewicht, seine eigene Kontur. Die glasklare Intonation wird vom sehr sparsamen, engen Vibrato kaum getrübt, die instrumentale Rede ist akzentuiert, der Tonfall hell und präsent – Capuçon will gehört werden, ohne dabei laut werden zu müssen. Die Abstimmung mit dem ebenfalls sehr punktuell-dynamischen Scottish Chamber Orchestra unter Louis Langrée ist darum besonders heikel und gelingt auch nicht immer: Vor allem dann nicht, wenn das Solo unerwartet tief ins Tutti absinkt und man Schwierigkeiten hat, der eigentlich klar geregelten Rollenverteilung noch zu folgen. Überhaupt ist die Aufnahme reichlich aufgekratzt – fortwährend werden kleine Überraschungen ausgepackt und Linien mit Akzenten nach oben oder unten gebogen. Das macht das Hören anstrengend. In den langsamen Sätzen neigt Capuçon zudem zu vernehmbaren Lagenwechseln, die als Effekt wenig taugen. Sie klingen hier wie Schmatzer, nicht wie Seufzer. Kollege Antoine Tamestit geht das Doppelkonzert mit weniger Ambitionen und bei prinzipiell ähnlicher Lesart drum auch mit mehr Erfolg an. Eigentlich wirklicher Ausrutscher der unterm Strich trotz allem hörenswerten CD ist aber ein deutlicher Schnitt der Aufnahmetechnik im zweiten Satz von KV 207 (bei 3'31). So was sollte einem Produzenten eigentlich nicht durchgehen.

Raoul Mörchen, 10.07.2009



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