Responsive image
Ralph Vaughan Williams, James MacMillan

Silence and Music

SWR Vokalensemble Stuttgart, Marcus Creed

Hänssler Classic/Naxos 93.250
(52 Min., 2, 6 u. 7/2008) 1 CD

Mit modernerer, in der Regel nur von Profis befriedigend zu bewältigender Chormusik hat sich das SWR Vokalensemble Stuttgart mittlerweile einen festen Platz im Musikmarkt ersungen. In schöner Regelmäßigkeit erscheinen die Ergebnisse der hochqualifizierten Arbeit dieser Gruppierung auf CD und bereichern das Vokalmusik-Spektrum ungemein. Der vorliegende Tonträger präsentiert englische Kompositionen des 20. Jahrhunderts: Ralph Vaughan Williams' "Mass in G Minor" (1921) und seine Krönungsstück "Silence and Music" (1952 anlässlich der Inthronisation von Elisabeth II.) werden zwei Werken James MacMillans (geb. 1959) gegenübergestellt.
Aufnahmen der G-Moll-Messe sind nicht eben in großer Zahl erhältlich. Die Interpretationsleistung auf dieser CD ist daher von hohem Wert, zumal die Sänger des SWR das breite Spektrum der Musik von zurückhaltendster Verinnerlichtheit bis hin zu großer, prachtvoller Klangentfaltung mit stets derselben Klangqualität auszukosten verstehen. Vaughan Williams bewusste Anspielungen auf Gregorianik und klassische Vokalpolyfonie werden in jenes spätromantische Licht getaucht, das ihnen innerhalb von Vaughan Williams Stil (der nicht zitiert, sondern verfremdend alludiert) zweifelsohne angehört. MacMillans flächiges Epos "Màiri" auf einen Text von Ewan MacColl beeindruckt durch die weite seiner Klangräume, die entfernt an Richard Strauss' monumentale Werke für Chor a cappella erinnert. Insgesamt eher statisch angelegt, gerät die Musik immer wieder durch das Auftauchen prägnanter Motive innerlich in Bewegung. Eine Tour de Force, auch für Profis. Die souveräne Bewältigung zeugt von hoher Kompetenz auf jeder einzelnen Planstelle des SWR-Berufschores, was für die Rundfunkensembles lange Jahre keine Selbstverständlichkeit war.

Michael Wersin, 10.07.2009



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Beutezüge im Barock: Manche Solisten haben das Pech, dass die größten Komponisten gerade für ihr Instrument kein Konzert geschrieben haben. Keine Trompete bei Mozart, keine Flöte bei Bach und überhaupt keine Konzerte von Schubert. Und obwohl Antonio Vivaldi dank seiner versatilen Schülerinnen in der Pietà für fast jedes erdenkliche Instrument und jede Kombination Concerti in Fülle entworfen hat – allein 39 für’s Fagott, nur seine eigene Violine hat mehr bekommen – gibt es […] mehr »


Top