Soviel Nachlass war selten. Schaut und hört man in Ruhe durch die stolze Box, die die EMI ihrem Star Yehudi Menuhin zum zehnten Todestag widmet, ist man allerdings nicht nur überrascht über all das, was hier versammelt ist, sondern auch darüber, dass immer noch einiges fehlt: die schöne Aufnahme der Viotti-Konzerte etwa, die seit geraumer Zeit schon nicht mehr erhältlich ist. Dafür gibt es anderes gleich doppelt und dreifach, im Falle von Beethovens Violinkonzert sogar vierfach. Gut nachvollziehen lässt sich damit der viel diskutierte frühe Verlust jener atemberaubenden Selbstverständlichkeit, mit der Menuhin schon als Kind das Instrument als Teil des eigenen Körpers behandelt hat, nachvollziehbar wird aber ebenso, dass er auch nach 1950 noch einige Ausrufezeichen setzte, vor allem in der Zusammenarbeit mit Wilhelm Furtwängler.
Allein aber die atemberaubenden Dokumente aus der Vorkriegszeit noch einmal so kompakt zur Hand zu haben – das Elgarkonzert unter Leitung des Komponisten etwa oder die Mozartkonzerte mit Monteux, die Kammermusik mit seiner Schwester Hephzibah – lässt kaum eine andere Wahl, als diese Sammlung zum Teil der eigenen zu machen.

Raoul Mörchen, 19.06.2009



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