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Blackbird

Henning Sieverts Symmetry

Pirouet/MVH PIT 3040
(59 Min., 10/2007) 1 CD

Nahtlos knüpft der Münchner Komponist und Bassist mit "Blackbird" an sein 2006 aufgenommenes Album "Symmetry" an – nicht nur, indem er dessen Titel nun zum Bandnamen erklärt. Wieder gelingt ihm das Kunststück, auf der Basis von kalkulierten, oft auf Symmetrien aufgebauten Strukturen, Stücke von magischer Schönheit zu schaffen. Diesmal hat er sich das Thema "Vögel" vorgenommen – einerseits, indem er "Blackbird" der Beatles mit dem deutschen Volkslied "Wenn ich ein Vöglein wär'" verknüpft, und andererseits, indem er seine ausgetüftelten Kompositionen mit Titeln aus der Vogelwelt assoziiert. In "Wingswing" sind dies Sechserschritte in Tonleitern und Takten, in der Marabu-Hommage "Ubaramarabu" unterschiedliche Gliederungen eines Elf-Achtel-Takts und in "Rebird" Basslinien im Neun-Viertel-Takt.
Drei Titel sind Komponisten gewidmet: "Gale in Night, Nightingale" Arnold Schönberg, "Blues for Alice" Charlie Parker und "O.M.‘s Birdsday" Olivier Messiaen. Diese Zuordnungen umreißen Sieverts musikalische Grundverwandtschaften: Seine Klangwelt ist die Quintessenz aus Jazz und der Moderne im sogenannten "E-Sektor". Sie zu hören, bereitet auch deshalb Vergnügen, weil der Klarinettist und Tenorsaxofonist Chris Speed, der Posaunist Johannes Lauer, der Pianist Achim Kaufmann und der Schlagzeuger John Hollenbeck mit viel Freude und individuellem Ausdruck musizieren. So findet die geistige Strenge ihren lustvollen Gegenpart.

Werner Stiefele, 22.05.2009



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