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Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzerte Nr. 7, 12 u. 23

Leon Fleisher, Stuttgarter Kammerorchester

Sony Classical/Sony BMG 88697 43505-2
(77 Min., 7/2008) 1 CD

Man liest es und staunt. Wie offen da jemand umgeht mit seiner Genesung, und wie viel Glück er dabei empfindet. Doch hören wir den ehemaligen Patienten selbst, wenige Monate nachdem er geheilt wurde von einer Krankheit, die ihn zum einarmigen Pianisten machte: "Es ist ein Zustand der Gnade, ein Zustand der Ekstase. Einfach wunderbar. Wie soll ich es sonst beschreiben? Es ist eine völlig neue Wahrnehmung der Tasten, der Haltung meiner Hand, des Kontaktempfindens." So Leon Fleisher, der amerikanische Pianist, der Jahrzehnte an einer sogenannten Dystonie litt. Fleisher hat noch bei Artur Schnabel studiert und von ihm weit mehr gelernt als die richtige Artikulation und Phrasierung. Wenn Fleisher nun drei Klavierkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart spielt, dann kann man förmlich in jedem Takt und bei jedem Ton diesen neu erwachten, nicht anders als glücklich-hedonistisch zu nennenden Tonfall hören, der nur denjenigen Künstlern gegeben scheint, die irgendwann einmal ins komturbestimmte Schattenreich wanderten, um sich dort zurechtzufinden.
Fleishers Mozart ist im Grunde ein einziges (Auf)Blühen, ein einziger (milder) Gesang auf den Flügeln des Geistes (am schönsten vielleicht doch im "großen" A-Dur-Konzert KV 488). Und immer noch betört die Klangfülle dieses großen Pianisten, dieses wunderbare Gespür für den Esprit der Vorlage, für das Geniale daran. Hier und da plumpsen einige Töne zu Boden, aber das macht nichts. Mozart verträgt es, wir auch. Und da zudem das Stuttgarter Kammerorchester, das Fleisher vom Flügel aus dirigiert, den wachen, frohen Gestus dieser Lesart mitgestaltet, kann man sich ruhig zurücklehnen. Staunend oder nicht.

Tom Persich, 22.05.2009



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