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Johann Sebastian Bach

Cembalokonzerte BWV 1060-1064

Alexandra Codreanu, Rainer Oster, Jon Laukvik, Ensemble Parlando

DHM/Sony BMG 88697 28117-2
(77 Min., 2/2005) 1 CD

Mindestens eines seiner Konzerte für mehrere Cembali und Streicher soll Johann Sebastian für sich und seine Söhne geschrieben haben, um es gemeinsam in seiner legendären Konzertreihe im Café Zimmermann aufzuführen. Ein wenig von der Atmosphäre, die bei der Aufführung dieser jenseits aller Kantorenpflichten entstandenen, experimentellen Werke geherrscht haben muss, kann diese Einspielung vermitteln. Die Solisten Alexandra Codreanu und Rainer Oster spielen hier in den verschiedensten Kombinationen mit ihrem Lehrer Jon Laukvik zusammen und auch die begleitenden Streicher des Ensembles Parlando, deren Namen man von ihrer Mitarbeit bei den besten Alte-Musik-Ensembles Deutschlands kennt, sind ganz offensichtlich nach persönlicher Sympathie ausgesucht. Und das teilt sich mit: Es herrscht eine entspannte, aber nicht verbissen auf swingende oder überartikulierte Effekthascherei zielende Musizierhaltung.
Die Persönlichkeit der in einfacher Besetzung spielenden, aber im Zusammenklang erstaunlich füllig wirkenden einzelnen Streicher tritt deutlich zutage, wobei besonders das tiefe Register mit der wunderbar sonoren Violone von Matthias Müller-Mohr für eine edle Grundierung der feinsilbrigen Cembaloklänge sorgt. Nur an den glücklicherweise nicht so häufigen Stellen, an denen Bach reine Begleitakkorde ohne motivisches Interesse schreibt, treten die Streicher etwas zu stark in den Vordergrund. Das Spiel der drei Cembalisten wirkt ebenso frisch wie präzise, wobei die Solisten durch kluge und schwungvolle Phrasierung den Dialogcharakter der Kompositionen so deutlich herausarbeiten, wie das mit den zwei Dimensionen einer Stereoaufnahme möglich ist.

Carsten Niemann, 22.05.2009



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