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Jean Xavier Lefèvre

Klarinettenquartette 1 - 4

Eduard Brunner, Ana Chumachenco, Hariolf Schlichtig, Wen-Sinn Yang

Tudor/Naxos TUD 7136
(57 Min., 10/2005) 1 CD

Wenn man nicht wie der hier vorzustellende Komponist in der Schweiz geboren ist, wenn man nicht zu den ausgesprochenen Liebhabern der Kammermusik mit Klarinette zählt und noch nicht einmal ein spezielles Interesse für die Epoche zwischen Klassik und Romantik mitbringt, dann gibt es sicher keinen zwingenden Grund, sich für die Klarinettenquartette von Jean Xavier Lefèvre (1763-1829) zu interessieren. Aber wozu sich stets von Gründen zwingen lassen? Tatsache ist, dass Lefèvre Meister genug war, um jedem Freund gediegener Kammermusik eine Stunde ungezwungenen Vergnügens zu bereiten. Wobei Lefèvres flexible Sonatenformen, seine leicht fasslichen, nie banalen und überdies gut verarbeiteten Melodien, ferner die überhaupt nicht unterwürfig geführten Dialoge der Streicher mit der führenden Klarinette und schließlich seine durchgängig zum Mitwippen provozierenden Rondos Substanz genug für etliche Wiederholungen dieses Vergnügens bieten.
Vermutlich blieb das Werk des Klarinettenvirtuosen und -pädagogen Lefèvre auch deswegen lange unbekannt, weil die Ausführung seiner Musik und insbesondere der leichtgewichtigeren ersten drei Quartette nach ebenso feinsinnig gestaltenden Musikern verlangt, wie er selbst einer war. Eduard Brunner und seine Mitstreiter sind solche Musiker: Mag Brunner auch bewusst einen etwas gröber gemaserten Ton pflegen als etwa die ebenfalls mit unbekannterem Repertoire erfolgreiche Sharon Kam, so steht er ihr in puncto Musikalität kaum nach. Wenn die Aufnahme einen Wunsch offen lässt, dann den nach der Einspielung zweier weiterer später Quartette, die Lefèvre zusammen mit dem hier vorgestellten, überragenden, tiefgründigen c-Moll-Quartett veröffentlichte.

Carsten Niemann, 07.05.2009



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