Responsive image

Shreefpunk live in Köln

Matthias Schriefl

ACT/Edelkultur 0096632ACT
(74 Min., 12/2007 u. 10/1989)

Es gibt kaum einen Preis, den er noch nicht einheimste, und kaum eine bedeutende Bühne, auf der seine Trompete noch nicht ertönte. Mit seinen 28 Jahren ist der aus dem Allgäu stammende Matthias Schriefl ebenso kraftstrotzender Blechbläser wie sensibler Komponist/Arrangeur und, last but not least, Bandleader mit glücklichem Händchen. Seit sechs Jahren hält er in Köln mit dem Gitarristen Johannes Behr, dem Bassisten Robert Landfermann und dem Schlagzeuger Jens Düppe seine eigene working band zusammen. Alle vier verbindet eine gewisse diebische Freude daran, gewohnte Jazzsounds selbstironisch kraftmeiernd mit punkhaften Elementen und abgedrehten Mahavishnu-Soundgewittern aufzumischen, das Ganze dann wieder mit derber Volksmusikgeste oder pomadigem Tanzmusikgehabe abzuschmecken, um dann mit ebenso spitzbübischer lammfrommer Pose so zu tun, als sei nichts gewesen. Das war sicher ein Heidenspaß – und auch einer am perfekten Virtuosentum, den das Publikum da 2007 im Kölner Stadtgarten haben durfte: Matthias Schriefl bewies sich als ein Bläser, der mit allen Wassern der Alphatier-Trompete gewaschen ist, die aber – um im Bild zu bleiben – letztlich doch immer wiederkehrende Strudel entlang der immer vertrauter werdenden Uferverbauung bilden.
Ein Dreivierteljahr später traten die Shreefpunker mit Django Bates an Keyboards, Klavier und Es-Horn, und verstärkt um ein Streichquartett, in der Kölner Philharmonie auf. Drei Stücke dieses Konzerts sind hier festgehalten. Zu dem Funfaktor kommen hier beeindruckende Momente stringenter kompositorischer Gestaltung, die einmal die Streicher ebenso diskret wie effektvoll integriert und ein andermal Bates am Klavier ausführlich Raum für freie solistische Entfaltung gibt, die die Band mächtig aber letztlich erfolgreich fordert. Mit einem "Kölsche[n] Karnickel", klingt das Album launig so aus, wie man sich bei diesem Titel eben Shreefpunk mit Bates und Strings vorstellen darf.

Thomas Fitterling, 02.05.2009



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Ahnengalerie: Im Wien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat man es schon schwer als Komponist. Mozart, Beethoven, Schubert – übermächtig liegt auf allen Gattungen der Glanz der Heroen, die den klassischen Kanon geschaffen hatten. Was kann man dem noch hinzufügen? Johannes Brahms, dem man oft melancholisches Zaudern unterstellte, setzte sich in Wirklichkeit besonders lange und eingehend mit diesen Vorbildern auseinander, bevor er seinen Beitrag stimmig empfand. So ist sein Werk […] mehr »


Top