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N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



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Sergei Rachmaninow, Ludwig van Beethoven, Frédéric Chopin u.a.

Vladimir Ashkenazy. Master Musician

Vladimir Ashkenazy, Daniel Barenboim, Itzhak Perlman u.a.

Allegro Films/Naxos A09CN D
(160 Min., 1968 u. 2008) 1 DVD

Christopher Nupen porträtierte Vladimir Ashkenazy im Jahre 1968, als der damals 31-jährige Russe nach fünfjähriger Dauer-Konzertreise durch die westliche Welt beschloss, sich in Island, der Heimat seiner Frau, niederzulassen. Die Dokumentation zeigt einen unermüdlichen Mann, der mit seiner verspielten Agilität an einen jungen Wolf erinnert; gelegentlich tollt er gut gelaunt durch isländische Bergwelten, vor allem aber sitzt er am Flügel und spielt, spielt, spielt. Mit dem jungen Itzhak Perlman, der ebenso ein Wunder an Konzentration, Energie und ungebrochener Jugendfrische ist wie Ashkenazy, nimmt er in den Decca-Studios César Francks Violinsonate auf. Mit dem noch schwarz gelockten Daniel Barenboim drischt er Strawinskys "Sacre" in des Komponisten eigener vierhändiger Fassung in einen Konzertflügel – der schwitzende Barenboim stöhnt über die Schwierigkeit der mörderischen Bearbeitung, Ashkenazy lächelt. Er spielt auf einer eng terminierten Konzerttournee fast bei jedem Konzert ein anderes Programm und sinniert über das ungute Verhältnis der Russen zur deutschen Klaviermusik, die er sich gezielt zu erarbeiten hatte.
Wann er all das übt, was er da täglich im ununterbrochenen Furioso in die Tasten skandiert, bleibt in diesem Film ein Rätsel. Der Zuschauer bleibt staunend zurück angesichts der scheinbar grenzenlosen intellektuellen und spieltechnischen Reserven dieses bewundernswerten Mannes, den die "spät geborenen" Klassikhörer eher als distinguierten, graumelierten Herrn kennen, der ebenso oft mit Dirigierstab wie an einer Tastatur zu erleben ist. Ein Gespräch über Rachmaninows "Corelli-Variationen" und die komplette Darbietung derselben ergänzen das Porträt gewinnbringend, ein kurzes Interview aus der Gegenwart wirft ein Schlaglicht auf 40 Jahre künstlerische und persönliche Weiterentwicklung. Ein großer Mann, fürwahr.

Michael Wersin, 03.04.2009



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