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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



Nach den Publikumsreaktionen ihrer Premieren zu urteilen, ist Nadja Michael Deutschlands umstrittenste Operndiva: Während die Pro-Partei die Tatsache schätzt, dass endlich einmal eine attraktive Frau die Sexobjekte der Operngeschichte verkörpert, monieren die Contras nicht nur ihren hartnäckigen S-Fehler, sondern auch die seit Michaels Aufstieg ins Sopranfach forcierten hohen Töne. Dass auch bei ihrer Londoner Salome einiges danebengeht, ist freilich das geringere Problem: Schwerer wiegt, dass man fortwährend den Eindruck hat, dass Michael hier unbedingt zeigen wollte, dass sie eine kluge Darstellerin ist. Ihre Salome ist eine Hebräerprinzessin mit ADS-Syndrom, der eben jene unbewusste Erotik fehlt, die den Reiz dieser Figur ausmacht. Das gilt auch vokal, da sich die verderbte Unschuld dieser Kindfrau musikalisch in einer leichten Höhe spiegelt, während Michael diese Töne nur unter Hochdruck produzieren kann.
Die recht schlüssige, von Regisseur David McVicar an Pasolinis "Die 120 Tagen von Sodom" orientierte Inszenierung (deren Entstehen in einem 50-minütigen Making-of dokumentiert ist) wird dadurch leider etwas aus den Angeln gehoben, obwohl Philippe Jordan mit dem Covent-Garden-Orchester eine gute Balance zwischen Opulenz und Transparenz findet. Außergewöhnlich ist die Produktion allein durch Michael Volles idealen Jochanaan. Endlich einmal ein Prophet, der nicht nur mit heldenbaritonaler Autorität auftrumpft, sondern auch weichere Seiten an dieser Figur entdeckt, sie zwischen Wahn, Charisma und Sehnsucht nach spiritueller Erfüllung ansiedelt.

Jörg Königsdorf, 05.03.2009



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin.
Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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